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Unbefristeter Arbeitskampf bei Charité-Tochter

Universitätsklinik ließ ein Ultimatum der Beschäftigten verstreichen - und bekommt dafür jetzt die Quittung

  • Von Maria Jordan
  • Lesedauer: 3 Min.

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»Wir werden streiken!« Ver.di-Verhandlungsführer für die Angestellten der Charité-Tochter CPPZ, Kalle Kunkel, zeigt sich gegenüber »nd« entschlossen. Nachdem die Geschäftsführung des »Charité Physiotherapie- und Präventionszentrums« einem Ultimatum der Gewerkschaft nicht nachgekommen war, bis zum 11. Februar ein »verhandlungsfähiges Angebot« zu machen, ruft ver.di die Mitarbeiter*innen nun zum Ausstand auf. Und der könnte dauern: »Für den Streik gibt es kein Enddatum«, sagt Kunkel dem »nd«.

Es ist nicht der erste Ausstand der von der Charité outgesourcten Therapeut*innen, Masseur*innen und medizinischen Bademeister*innen. Schon im Dezember vergangenen Jahres legten die Angestellten der CPPZ für acht Tage die Arbeit nieder, um so eine Angleichung an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD), nach dem die regulär bei der Charité Angestellten bezahlt werden, zu erwirken. Laut ver.di verdienen die Mitarbeiter*innen bei der CPPZ für die gleiche Arbeit 500 bis 800 Euro im Monat weniger, als die direkt bei der Charité angestellten.

Eine Rückführung der CPPZ in das landeseigene Universitätsklinikum hatte das Abgeordnetenhaus im Nachtragshaushalt beschlossen. Laut ver.di habe die Charité seitdem in mehreren Briefen an die Betriebsräte mitgeteilt, dass sie aktuell keine Rückführung der CPPZ plane. »Damit setzt sich die Charité über die Anordnungen des Abgeordnetenhauses hinweg«, sagt Kunkel. Seitens des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD), der auch Aufsichtsratschef der Charité ist, gebe es bisher keine inhaltliche Stellungnahme dazu.

Noch am Dienstag sollte es nach Angaben der Gewerkschaft kurzfristig ein Treffen zwischen ver.di und der CPPZ geben - wohl aufgrund der Streikandrohung. Verhandlungsführer Kunkel erhofft sich von diesem Treffen jedoch wenig. »Wir fürchten, dass dabei nicht mehr viel herauskommt«, sagt er. »Solange in den Verhandlungen kein Durchbruch erzielt wird, halten wir an dem Streikaufruf fest.«

Kunkel rechnet mit einem längeren Ausstand, für den es bei 90 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder Unterstützung gebe. Das habe eine interne Umfrage ergeben. »Der Streik wird andauern, bis wir ein Angebot bekommen, mit dem wir etwas anfangen können«, so Kunkel. Gemeint ist damit eine Angleichung der Löhne an den TVöD - auf etwas anderes will die Gewerkschaft sich nicht mehr einlassen. »Für uns geht es nicht mehr um das ›ob‹, sondern um das ›wann‹«, sagt Kunkel.

Die CPPZ ist nicht die erste Tochterfirma der Charité, die sich gegen schlechte Bezahlung und Outsourcing wehrt. Nach jahrelangem Tarifstreit und mehreren Streiks haben die 1600 Mitarbeiter*innen der Firma Charité Facility Management (CFM) im vergangenen Frühjahr Gehaltserhöhungen erkämpft. Zuvor war das Unternehmen tariflos. Bei der CPPZ sind rund 120 Therapeut*innen und Masseur*innen betroffen.

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