Statt der Kohlejobs kommt ein ICE-Halt

Das sächsische Weißwasser hofft, dass der Ausstieg aus der Braunkohle geordneter abläuft als die Zeit nach 1990

  • Von Hendrik Lasch, Weißwasser
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Das Glasmacherkollektiv steht im Gebüsch. Im Jahr 1955 wurde die Plastik aus Beton, die einen Glasbläser, einen Techniker und eine Schleiferin zeigt, vor dem Portal der Glasfachschule in Weißwasser aufgestellt, die später Ingenieurschule wurde - und seit 2009 leer steht. Die Glasbranche, die in der Stadt in der Lausitz einst 5000 Arbeitsplätze bot, hatte das Ende der DDR nicht überlebt. Also wurde auch keine Ausbildungsstätte mehr gebraucht. Sie wurde zum Sinnbild eines Strukturbruchs; in ihrem Park verschwand die Kunst im Dickicht.

Eine Ironie der Geschichte ist, dass ein erneuter Strukturbruch jetzt dafür sorgen könnte, dass die frühere Schule wieder mit Leben gefüllt wird. Deutschland will aus der Braunkohle aussteigen, die in der Lausitz derzeit die wichtigste Branche ist: Im sächsischen Kreis Görlitz, zu dem Weißwasser gehört, entfallen 16,2 Prozent der Wertschöpfung auf den Energiesektor. Um den Ausstieg abzufedern, hat eine...


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