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Ausstand gegen den Notstand

Marie Frank ist solidarisch mit den streikenden Angestellten

  • Von Marie Frank
  • Lesedauer: 2 Min.

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Am heutigen Mittwoch wird in Berlin gestreikt - und zwar so richtig. Zehntausende Angestellte des öffentlichen Dienstes sind dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen, um für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße zu gehen. Zum ersten Mal sind auch die angestellten Lehrkräfte mit dabei. Nun könnte man sagen: »Lehrer*innen verdienen doch schon so viel, jetzt streiken sie auch noch für noch mehr Gehalt!« Dieses Unverständnis hört man dieser Tage häufig, manchmal sogar von den Lehrkräften selbst.

So einleuchtend dieser Einwand auf den ersten Blick wirken mag, liegt dem doch ein Denkfehler zugrunde: Dass Lehrer*innen im Vergleich zu vielen anderen Berliner Lohnabhängigen mehr verdienen, liegt nicht etwa daran, dass sie zu viel verdienen, sondern daran, dass die anderen zu wenig verdienen. Alle Menschen sollten so viel wie Lehrer*innen verdienen - und noch viel mehr. Lohnneid-Debatten verkennen den politischen Gegner. Und das sind nicht die Lehrkräfte oder andere mittelständische Angestellte, sondern die Arbeitgeber*innen, die noch den letzten Mehrwert aus den Lohnabhängigen rausquetschen. Und sie verkennen die kapitalistische Logik der Standort-Konkurrenz, die dazu führt, dass die Angestellten in die Privatwirtschaft oder zu Bund und Kommunen abwandern, solange das Land Berlin seine Angestellten nicht besser bezahlt.

Die Leidtragenden sind die Landesbediensteten, die aufgrund der daraus entstehenden Personalnot am Limit arbeiten. Die Lehrer*innen kämpfen also nicht nur für mehr Gehalt, sie gehen auf die Straße, um gegen den sich immer weiter verschlimmernden Personalmangel zu protestieren. Dabei streiken sie nicht allein für sich selbst, sondern auch für alle Erzieher*innen, Pfleger*innen, Feuerwehrleute und Verwaltungsangestellte, die wie sie unter der massiven Personalnot in Berlin leiden. Daran sollten wir uns alle ein Beispiel nehmen.

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