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In Gaza tobt der Bürgerkrieg

Hamas brachte große Teile des Streifens unter ihre Kontrolle / Bereits Dutzende Tote

Im Bürgerkrieg zwischen den Palästinensergruppen hat die Hamas weite Teile des Gazastreifens unter ihre Kontrolle gebracht. Bei den blutigen Kämpfen mit der Fatah starben am Mittwoch erneut 16 Menschen, insgesamt gab es 64 Tote seit dem Ausbruch des Bruderkrieges.

Gaza (Agenturen/ND). Die Kassam-Miliz der Hamas hat den Polizeikräften ein 48-stündiges Ultimatum zur Niederlegung der Waffen gestellt. An mehreren Brennpunkten kam es am Mittwoch erneut zu heftigen Kämpfen. Mindestens sechs Tote gab es, als Hamas-Kämpfer ein belagertes Gebäude stürmten, in dem der Fatah-Sprecher Maher Magdad lebt, sich aber zum Zeitpunkt der Attacke dort nicht aufhielt. Hamas-Kämpfer sprengten zudem eine Zentrale der Geheimpolizei in der Stadt Chan Junis. »Bis auf vier Hauptquartiere in Gaza haben wir die Kommandoposten der Polizei komplett eingenommen«, so Hamas-Sprecher Abu Obeida. Die Residenz des Präsidenten, das Polizeihauptquartier in Gaza, die Geheimdienstzentrale in der Stadt und eine weitere Sicherheitszentrale in der Stadt seien nicht unter Kontrolle der Hamas, hieß es seitens der Fatah. Kämpfer der Fatah-Organisation von Präsident Mahmud Abbas drohten, den blutigen Machtkampf auf das Westjordanland auszuweiten. Mitglieder der Al-Aksa-Brigaden entführten in Ramallah den Hamas-Mann Mohammed Maharik. Der Gekidnappte werde getötet, sollten die Hamas-Angriffe im Gazastreifen nicht beendet werden, drohten die Al-Aksa-Brigaden. Präsident Abbas rief von Ramallah im Westjordanland aus zu einer neuen Waffenruhe auf. »Was in Gaza passiert, ist Wahnsinn«, erklärte er. »Ich sehe die Schuld bei allen, die Waffen tragen und auf ihre Brüder schießen.« Laut einem Beschluss des Fatah-Zentralkomitees vom Dienstagabend sollen die Fatah-Minister ihre Ämter zunächst ruhen lassen, bis eine Waffenruhe ausgehandelt sei. Sollten die Kämpfe dann nicht vollständig eingestellt werden, werde sich die Fatah endgültig aus der Einheitsregierung zurückziehen, sagte der zur Fatah gehörende Regierungssprecher Nabil Abu Rudeineh. Der deutsche EU-Vorsitz zeigte sich »tief besorgt« über die Gewalt. Russland rief zu einem sofortigen Waffenstillstand auf. Eine weitere Eskalation werde zum völligen Chaos und zu einer Ausweitung des Konflikts in der Region führen, erklärte ein Sprecher des russischen Außenministeriums. Der einstige Nahost-Gesandte der UNO, Alvaro de Soto, warf den USA und Israel eine Mitverantwortung für die Tragödie vor. In einem Bericht zum Abschluss seiner Mission betonte er, der Boykott der Palästinenserregierung habe verheerende Folgen gehabt. Dadurch seien die Bemühungen des ...

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