Unruhe und Sehnsucht

Gegen das brave Kino: Zum fünften Mal fand während der Berlinale die »Woche der Kritik« statt

  • Von Günter Agde
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Noch immer behauptet der renommierte Verband der deutschen Filmkritik tapfer seine Alternative zur Berlinale: die Woche der deutschen Filmkritik. Von den 50 Filmfestivals, die pro Jahr in Berlin stattfinden, ist dieses 51. nicht nur das ehrgeizigste, sondern mit seinen insgesamt zwölf Filmen wohl auch das bescheidenste.

Das Festival schert sich nicht um die landesweiten Debatten um deutsche Verleihprobleme, um Streaming-Überangebote oder Filmförderungsstrategien. Im Bilderstreit der Moderne und in einer durchmedialisierten Gegenwart will die »Woche der Kritik« nicht-lineare, unkonventionelle Erzählstrukturen präsentieren, die jegliche Filmfabel-Kausalitäten aufgeben und antihierarchische Erzählperspektiven vorschlagen. (Das Kampf- und Schimpfwort heißt »braves Kino« und meint den Mainstream aller Art.) Das freilich probieren andere Festivals auch, zum Beispiel das »Internationale Forum des jungen Films«, das traditionelle Alternativpro...

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