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Der Grenzstreifen wird wieder ausgebaut

Mauerspuren an der Bernauer Straße dokumentiert / Wettbewerb für Gedenkstätte beginnt

  • Von Karin Nölte
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.
Jetzt liegt der offizielle Beweis in fünf Bänden vor: Die Mauer ist nicht weg, es gibt Spuren und Reste, und die Mauer war keine Wand, die Grenzanlage war tief in die östliche Stadtfläche gestaffelt. Um zu diesem Ergebnis zu kommen, haben Prof. Leo Schmidt von der BTU Cottbus und Prof. Johannes Cramer von der TU Berlin über zwei Jahre an der Bernauer Straße lokalisiert, geforscht und dokumentiert. Ihre Erkenntnisse nimmt der Stadtentwicklungssenat nun als Grundlage für einen internationalen landschaftsplanerischen Realisierungswettbewerb, um bis 2011 die bundesweit größte zusammenhängende Gedenkstätte zu errichten. Nach der Mauer-Gesamtkonzeption des Senats aus dem Jahr 2004 mit insgesamt 25 in der Stadt verteilten Projekten sollen an der Bernauer Straße eine ausgedehnte Open-Air-Ausstellung mit Sachzeugnissen der Mauerjahre, ein Informationspavillon zum Empfang der erhofften 450 000 Gäste jährlich gegenüber dem Nordbahnhof und eine Mauer-Erinnerungslandschaft von der Gartenstraße bis zur Bornholmer Straße am Mauerpark entstehen. Schichten der Geschichte und Zusammenhänge sollen an diesem zentralen Ort des Mauergedenkens dargestellt werden. Nach der bisherigen Strategie, größere Mauerstücke und Grenztürme zu erhalten, sollen nunmehr detaillierte Reste wie Fahrwege, Stellplätze und Leuchten der Grenzanlage erhalten werden, erklärte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher gestern auf einer Pressekonferenz. Im Umfeld der Mauer-Gedenkstätte, des Dokumentationszentrums Berliner Mauer und der Versöhnungskapelle werde der ehemalige Grenzstreifen zur Erinnerung an die Teilung Berlins ausgebaut. 36 Millionen Euro sind für das Gesamtprojekt veranschlagt, der Bund hat zugesagt, die Hälfte der Investition- und Betriebskosten zu übernehmen. An der Bernauer Straße müssen allein für den Grundstücksankauf 12 Millionen Euro ausgegeben werden, bis 2008 sollen diese Kaufverhandlungen vom Tisch sein. Für die Open-Air-Ausstellung sind 4,4 Millionen und für den Informationspavillon 2 Millionen Euro eingeplant. Der Großteil soll aus dem Topf der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur genommen werden. In der Bernauer Straße haben die Wissenschaftler eine »hohe Spurendichte« der Mauer gefunden. »Wenn man mit der gleichen Akribie woanders sucht, würde man noch vieles finden«, ist sich Prof. Cramer sicher. Der Pfarrer der Versöhnungsgemeinde, Manfred Fischer, hielt stolz eine alte Bierflasche hoch, die gut erhalten unter den Trümmern der Versöhnungskirche ausgegraben wurde. Und dass ehemalige Stasi-Angehörige eine Denkschrift gegen das Mauerkonzept verfasst haben, »zeigt, da...

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