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Besser essen, bewegen und sprechen

Senatorin Lompscher legte Folgerungen aus dem Kindergesundheitsbericht vor

  • Von Klaus Joachim Herrmann
  • Lesedauer: 2 Min.
Mit der Festlegung gesundheitspolitischer Ziele verband sich gestern die Präsentation des Berichtes zur »Gesundheitlichen und sozialen Lage von Kindern in Berlin«. Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linkspartei) verwies noch am Tagungsort der 4. Landesgesundheitskonferenz (LGK) vor der Presse auf die Notwendigkeit, besonders bei Ernährung, Bewegung und Sprache der Jüngsten von 0 bis 6 Verbesserungen zu erzielen. Die LGK stand in ihrem vierten Jahr unter dem Motto »Prävention in Berlin«. Besondere Aufmerksamkeit fanden dabei Kinder mit Migrationshintergrund sowie Kinder aus sozial benachteiligten Familien und Stadtteilen. Unterschiede zwischen Kindern der »unteren« im Vergleich zur »mittleren« und »oberen« sozialen Schicht, so die Einteilung im Bericht, sollen vermindert werden. Angestrebt ist, bis zum Jahr 2011 den Anteil normal gewichtiger Kinder von 81 auf 83 Prozent zu erhöhen, den Anteil motorisch unauffälliger Kinder von 68 auf 75 Prozent und den Anteil von Kindern ohne sprachliche Auffälligkeit von 71 auf 75 Prozent. Diese Aufgaben gründen sich auf die Auswertung der Einschulungsuntersuchungen von rund 28 000 Kindern im Jahr 2005. Etwa zu einem Drittel gehören sie den per Index bestimmten unteren, mittleren und oberen sozialen Schichten an. 47 Prozent sind Mädchen, 53 Prozent Jungen, und einen Migrationshintergrund haben 30 Prozent der Untersuchten. Einer gewissen »Skepsis« ordnete die Senatorin zu, dass bei Kindern aus der oberen sozialen Schicht und deutscher Herkunft gegenüber unteren Schichten und vor allem türkischer Herkunft die Impfraten bei Mumps, Masern und Röteln nicht ausreichend seien. Der umgekehrte Trend zeige sich bei der Inanspruchnahme von Untersuchungen zur Früherkennung. Auch in weiteren Bereichen kommen problematische Werte aus unteren Schichten. 12 Prozent der Kinder sind übergewichtig, darunter 5 Prozent adipös (fettleibig). Von diesen werden 16,2 Prozent der unteren und 7 Prozent der oberen Schicht sowie 9,4 nach deutscher und 22,2 Prozent nach türkischer Herkunft erfasst. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der sprachlichen Entwicklung von Kindern mit guten Deutschkenntnissen, die Sätze nachsprechen sollten. Auffällige Befunde gab es bei 11 Prozent, davon knapp 20 Prozent sozial schwacher und nicht ganz 4 Prozent gut situierter Kinder. Nach der Herkunft hatten 8,4 Prozent deutsche, jedoch 28,2 Prozent türkische Kinder Probleme. Kita-Kinder wiesen nach zwei Jahren in den Einrichtungen nur halb so viele negative Befunde auf. Notwendig für wirksames Eingreifen sei es, »Zielgruppen und Sozialräume« festzustellen, betonte die Senatorin. Die Einschulungsuntersuchung bleibe eine »Kernaufgabe« des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Als wünschenswert bezeichnete Katrin Lompscher eine »breitere öffentliche Debatte über wesentliche gesundheitspolitische Anliegen«.

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