Es betraf: den »Stern« und mich

Hitlers »Tagebücher« waren lange der größte Presseskandal: Erinnerungen einer Redakteurin

  • Von Christine Heide
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Der journalistische Super-GAU traf mich mit voller Wucht. Nie, so hatte ich bis dahin geglaubt, könnte so etwas beim »Stern« passieren - dass ausgerechnet unsere Redaktion einer üblen Fälschung aufsitzt. Bei jeder anderen Geschichte als bei den Hitler-Tagebüchern wäre das unmöglich gewesen. Der »Stern« verfügte über eine hervorragende Dokumentation, über einen ausgewiesenen Experten für das Dritte Reich und zahlreiche Kontrollmaßnahmen. Jede normale Geschichte wurde vor dem Druck auf mögliche Fehler hin überprüft. Namen, Titel, Ortsangaben und Jahreszahlen mussten stimmen. Dann schauten noch die Juristen auf den Text.

Was man selber recherchiert hatte, musste man belegen können. Manchmal schaltete sich sogar Henri Nannen persönlich ein, der Gründer und langjährige Chefredakteur des »Stern«. Mir ist das einmal passiert, als ich eine Geschichte geschrieben hatte über Arbeitgeber, die Frauen benachteiligen, nur weil sie Frauen sind. ...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.