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Grüne kürten Spitzenduo in einer Urwahl

Ursula Nonnemacher und Benjamin Raschke führen die Partei bei der Landtagswahl an

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der Landtagsabgeordnete Benjamin Raschke (Grüne) überragt seine Fraktionskollegin Ursula Nonnemacher um Haupteslänge. Sie ahnt, was dies im Wahlkampf bedeutet. Vom Aufschauen zu Raschke werde sie ständig Nackenstarre bekommen, schmunzelt Nonnemacher.

Am 1. September 2019 ist in Brandenburg Landtagswahl und Nonnemacher soll mit Raschke das Spitzenkandidatenduo der Grünen bilden. Nominiert wird die Landesliste am 23. und 24. Februar in Fürstenwalde. Formal fällt erst dann die Entscheidung, doch das Spitzenduo steht bereits fest. Denn nach dem Motto, die Basis sei der Boss, haben die Grünen als erste Partei in Brandenburg eine Urwahl abgehalten. Dabei durften die Mitglieder abstimmen, wer an der Spitze der Landesliste stehen soll. Bei der Abstimmung über Platz eins besiegte Ursula Nonnemacher mit 629 Stimmen die Außenseiterin Alexandra Pichl (130 Stimmen). Das Rennen um Platz zwei gewann Raschke (490 Stimmen) gegen den Landesvorsitzenden Clemens Rostock (279 Stimmen). Pichel und Rostock möchten jetzt auf die Plätze drei und sechs. Um den Platz sechs bewirbt sich auch Michael Luthardt. Der saß von 2009 bis 2014 schon einmal im Landtag. Damals für die LINKE.

Die Grünen waren zwischen 1994 und 2009 nicht im Landtag vertreten und meisterten 2009 und 2014 gerade so die Fünf-Prozent-Hürde. Doch nun befindet sich der Landesverband im Aufwind. Im vergangenen Jahr gewann er mehr als 300 neue Mitglieder, mit Stand vom 15. Februar gehören der Partei nun 854 Männer und 580 Frauen an plus eine Person, die sich keinem Geschlecht zuordnet. Eine Meinungsumfrage prophezeite den Grünen kürzlich zehn Prozent, was ein Rekordwert ist.

Es könnte sein, dass die Grünen nach der Landtagswahl bei der Regierungsbildung ein Wörtchen mitzureden haben. Verhandeln würden sie mit allen demokratischen Kräften, keinesfalls dagegen mit der AfD. Mit wem es die größten inhaltlichen Überschneidungen gebe, könne er nicht sagen, erklärt Benjamin Raschke. Denn die großen Parteien haben ihre Wahlprogramme noch nicht fertig. »Wer saubere Luft und sauberes Wasser will, der muss uns wählen«, wirbt Raschke.

Doch im Wahlprogramm der Grünen steht anders als gewohnt diesmal die Umweltpolitik nicht auf den ersten Seiten, stattdessen sind es die Versprechungen zur Sozialpolitik. »Unsere grünen Themen sind im Moment sehr gut angekommen in der Mitte der Gesellschaft«, schwärmt Nonnemacher - und nennt als Stichworte Dieselskandal, Massentierhaltung und Kohleausstieg. Aber: »Wir haben unserem Wahlprogramm außerdem ein ausgesprochen soziales Profil gegeben.«

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