Werbung

Atomare Bedrohung

Aert van Riel über die Münchner »Sicherheitskonferenz«

  • Von Aert van Riel
  • Lesedauer: 2 Min.

Die sogenannte Sicherheitskonferenz hat gezeigt, dass die Welt noch unsicherer wird. Die Beziehungen zwischen den USA und Russland verschlechtern sich zunehmend. Mit der Aufkündigung des INF-Vertrags durch Washington ist ein neuer negativer Höhepunkt erreicht worden. Als Reaktion darauf ist sogar eine atomare Nachrüstung in Europa möglich. In NATO-Kreisen wird diese Option diskutiert. Somit könnte das Bedrohungsszenario des Kalten Krieges, der in manchen Regionen der Welt heiß ausgefochten wurde, bald zurückkehren.

Die Bundesregierung tut hiergegen zu wenig. Politiker der Großen Koalition setzen zwar auf eine zurückhaltendere Rhetorik, weil sie unter anderem den Import von russischem Erdgas nicht gefährden wollen, halten aber zugleich eine militärische »Abschreckungspolitik« gegenüber Moskau für notwendig. Deswegen sind Bundeswehrsoldaten im Baltikum stationiert. Wer sich für den Frieden in Europa einsetzen will, sollte auf solche martialischen Gesten verzichten und sich stattdessen mit Ursachen von Konflikten beschäftigen. Der Kampf westlicher Staaten und Russlands um Einfluss in den früheren Sowjetrepubliken hat zur Spaltung der dortigen Gesellschaften beigetragen. In der Ukraine hat dies zum Krieg geführt und im Baltikum gibt es wegen der Diskriminierung russischer Minderheiten große Konfliktpotenziale. Eine »Sicherheitskonferenz«, bei der diese Probleme und Abrüstungspläne diskutiert werden, könnte ihrem Namen endlich gerecht werden.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!