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Unterhaltsvorschuss wird nur selten zurückgezahlt

Die Quote der Rückzahlungen säumiger Elternteile immer seltener

  • Lesedauer: 2 Min.

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Eine Jugendliche hält Euro-Banknoten und Münzen mit einem Gesamtwert von 268 Euro (gestelltes Foto). Diese Summe gewährt der Staat für Teenager als Unterhaltsvorschuss, wenn die Alimente ausbleiben. Nur selten holt sich der Staat diesen Vorschuss von säumigen Eltern zurück.
Eine Jugendliche hält Euro-Banknoten und Münzen mit einem Gesamtwert von 268 Euro (gestelltes Foto). Diese Summe gewährt der Staat für Teenager als Unterhaltsvorschuss, wenn die Alimente ausbleiben. Nur selten holt sich der Staat diesen Vorschuss von säumigen Eltern zurück.

Berlin. Der Staat schafft es nur selten, den von ihm ausgezahlten Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende von den säumigen Elternteilen zurückzuholen. Das berichtet die »Süddeutsche Zeitung« am Montag unter Berufung auf unveröffentlichte Zahlen des Bundesfamilienministeriums. Demnach sank die sogenannte Rückgriffsquote im vergangenen Jahr auf durchschnittlich 13 Prozent. 2017 hatte sie demnach noch 19 Prozent betragen, im Jahr davor 23 Prozent. In absoluten Zahlen heißt das laut dem Bericht: 2018 wurden 2,1 Milliarden Euro an Unterhaltsvorschuss ausgezahlt, aber nur gut 270 Millionen wieder eingetrieben.

Alleinerziehende Mütter und Väter erhalten die staatliche Finanzhilfe, wenn das andere Elternteil seinen Unterhaltspflichten nicht nachkommt. Dies sind vorwiegend Väter. Als ein Grund für die gesunkene Rückholquote wird eine Gesetzesänderung von Mitte 2017 genannt. Vor der Reform bestand dieser Anspruch aber nur für Kinder bis 12 Jahren und für maximal 72 Monate. Seit dem 1. Juli 2017 fließt das Geld hingegen bis zum 18. Geburtstag des Kindes und ohne zeitliche Begrenzung. Dadurch sind die ausgezahlten Beträge laut »Süddeutscher Zeitung« deutlich gestiegen. Hinzu kommt, dass immer mehr Kinder den Unterhaltsvorschuss erhalten.

Es gehe nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um viele Millionen für den Staat und die Einhaltung von Kinderrechten, sagte die Grünen-Haushaltspolitikerin Ekin Deligöz der Süddeutschen Zeitung. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) müsse mit den Ländern »Klartext« reden. Doch die Einhaltung der Kinderrechte bleibt ohnehin vakant, da bei armen Alleinerziehenden der Vorschuss voll auf HartzIV angerechnet wird. dpa/nd

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