Literatur im Stresstest

Neue und wiederentdeckte Bücher im Leipziger Messeprogramm des »neuen deutschland«

Von Mario Pschera

Buchmessen gibt es viele, aber keine ist so charmant und publikumsorientiert wie die Leipziger. Für das nd-Stand-Kollektiv ist die Messezeit eine Mischung aus Klassentreffen und Hochleistungssportstunde: Neben den Begegnungen mit den Leserinnen und Lesern sind 28 Runden mit Bücher- und Autorenvorstellungen zu bewältigen - im Boxring würde ich auf ein K. o. durch Erschöpfung wetten … Aber natürlich ist es immer wieder interessant, welche Geschichten das Publikum wie berühren, welche Themen wichtig sind, welche Diskussionen sich daraus ergeben.

Wussten Sie übrigens, dass das »neue deutschland« am Messestand die Preisträger von morgen produziert? Manja Präkels (»Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß«), Bettina Wilpert (»Nichts, was uns passiert«) und Anke Stelling (»Fürsorge«) waren bei uns zu Gast - Manja und Bettina sind bereits mehrfach ausgezeichnet worden, Anke ist mit ihrem Buch »Schäfchen im Trockenen« für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019 nominiert. Eva Ruth Wemme (»Amalinca«) sollte letztes Jahr bei uns lesen; nun ist sie dieses Jahr am Stand, aber auch schon mal nominiert für den Übersetzerpreis. Jetzt könnten wir noch Wetten abschließen, wer von unseren Programmgästen der nächste künftige Preisträger sein wird. Genügend Anwärter gäbe es.