Die Gesprächsrunden am nd-Messestand sind bei den Besuchern beliebt.

Literatur ist Leben

Das »nd«-Programm auf der Leipziger Buchmesse 2019

Von Olaf Koppe

Wie jedes Jahr im März wird Leipzig zur Stadt der Literatur: Vom 21. bis 24. März öffnet die Leipziger Buchmesse ihre Pforten und Zigtausende Literaturbegeisterte werden in die Messehallen strömen, die zahlreichen Lesungen besuchen und im Rahmen des Veranstaltungsmarathons »Leipzig liest« auch in den noch so kleinsten Lokalitäten ihren Lieblingsautorinnen und -autoren lauschen. Denn Leipzig ist vor allem eine Publikumsmesse. Es geht an diesen vier Tagen weniger ums große Geschäft, sondern um die unmittelbare Begegnung der Verlage und ihrer Autorinnen und Autoren mit den Leserinnen und Lesern. Das ist erfrischend, das ist spannend, und das macht jedes Jahr nicht nur den Literaturverlagen wieder Mut, auf die Kraft des geschriebenen und gesprochenen Wortes zu bauen. Deshalb sind auch wir mit unserer Tageszeitung »neues deutschland« vor Ort. Mit im Gepäck haben wir unsere bereits am 20. März erscheinende Literaturbeilage zur Messe. Am nd-Stand in Halle 5 stellen wir im Rahmen eines Gesprächsprogramms interessante Literatur sowie Autorinnen und Autoren vor. Moderieren werden Karlen Vesper und Christof Meueler aus dem Feuilleton-Ressort, unser »Bücherwurm« Mario Pschera sowie Verlagsleiter Olaf Koppe.

Am Donnerstag, 21. März, werden wir das Programm mit dem in Moskau geborenen Autor Wladimir Perewersin eröffnen, der im Verlag Christoph Links mit »Matrosenruhe. Meine Jahre in Putins Gefängnissen« ein erschütterndes Buch über seine Haftzeit veröffentlicht hat. Traditionell gibt es am Eröffnungstag ein Gespräch mit einer Verlegerin oder einem Verleger. Dieses Jahr ist Dr. Nora Pester vom Verlag Hentrich & Hentrich zu Gast, die zudem ihre Autorin Anja Schindler mitbringt, die in »Die drei Leben des Meir Schwartz« die bewegende Lebensgeschichte ihres Vaters aufgeschrieben hat. Mit dabei sind die Musikethnologin Chrizzi Heinen, deren preisgekrönter Literaturblog-Text »Am schwarzen Loch« nun auch als Buch erscheint, und Philipp Böhm mit seinem Debütroman »Schellenmann«. Irma Tavelidze aus Georgien wird ihren Geschichtenband »Die Erfindung des Ostens« vorstellen, und mit Alexander Kratochvil haben wir einen Autor aus dem diesjährigen Messegastland Tschechien zu Gast.

Der Schriftsteller Lars Brandt stellt am Freitag, 22. März, die gesammelten Werke von Dagny Juel vor, die die Künstlerszene des ausklingenden 19. Jahrhunderts in Norwegen und Deutschland maßgeblich beeinflusst hat. Hannes Hofbauer vom Verlag Promedia aus Wien hat mit »Kritik der Migration« ein sehr streitbares Buch über Fluchtbewegungen vorgelegt. Etwas »leichtere« Kost garantieren Lutz Lindemann und Frank Willmann mit ihrem Fußballgeschichtenbuch »Optimist aus Leidenschaft«, die Bestseller-Autorin Sabine Trinkaus mit ihrem Psycho-Thriller »Mutter Seelen Allein«, die bekannte Schauspielerin Anne Kasprik mit ihren Lebenserinnerungen »Ich aus dem Osten« und die Leipziger Kabarett-Legende Gunter Böhnke mit seinem liebevollen Blick auf »Sachsen für Kenner und Neugierige«. Abgerundet wird das Freitagsprogramm mit Eva Ruth Wemme und ihrem Roman »Amalinca« über eine außergewöhnliche Freundschaft zweier Frauen sowie mit dem großen Aka Morchiladze, mit dem wir nicht nur über das Neueste der georgischen Literatur plaudern werden.

Den erfahrungsgemäß zahlreichen Besuchern am Samstag, 23. März, präsentieren wir mit »Emanzipiert und stark. Frauen aus der DDR« und »Unerhörte Ostfrauen« gleich zwei Titel mit einer ganz spezifischen Sicht und Erfahrungshorizonten auf die Themen Gleichberechtigung, Feminismus und weibliches Selbstbewusstsein. Sicher ein Höhepunkt wird der Besuch des SPD-Urgesteins Franz Müntefering sein, der am nd-Stand seine Partei mal Partei sein lässt und sein hochinteressantes und anregendes Buch »Unterwegs. Älter werden in dieser Zeit« vorstellen wird. Ebenfalls dabei sein werden Autorinnen und Autoren der Verlage Wallstein, Pendragon, Dagyeli und Antje Kunstmann mit neuen und interessanten Büchern.

Spannend und abwechslungsreich verspricht auch der Sonntag, 24. März, zu werden, unter anderen mit der AvivA-Verlegerin Britta Jürgs, die anlässlich des 125. Geburtstages von Alice Rühle-Gerstel deren schillernden Prag-Roman »Der Umbruch oder Hanna und die Freiheit« aus dem Jahr 1935 neu aufgelegt hat. Nicht fehlen darf im nd-Programm natürlich ein neuer Krimi aus dem Hause Ariadne. Diesmal zu Gast Christine Lehmann mit »Die zweite Welt«. Mit der tschechischen Autorin Alena Zemančíková und ihrem biografischen Roman »Geschichte in indirekter Rede« schließt sich der bunte Reigen unsere Messeprogramms.

Außerhalb der Messehallen laden wir in diesem Jahr zu zwei Veranstaltungen ins Leipziger LOFT in der Hainstraße 11 ein. Am Freitag, 22. März, um 18.30 Uhr, setzen wir unsere Veranstaltungsreihe »Europa im Salon« fort, diesmal mit der LINKE-Europaabgeordneten Cornelia Ernst. Nähere Informationen dazu gibt es in dieser Ausgabe auf Seite 5. Und am Samstag, 23. März, stellt sich das Team unseres Online-Magazins »Supernova« vor und diskutiert mit Gästen unter anderem über Feminismus. Anschließend spielt ein DJ zum Tanz auf.

Alle Details unter: www.dasND.de/buchmesse