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Flucht zum Gold-Rekord

Kombinierer Eric Frenzel gewinnt mit Fabian Rießle seinen siebten WM-Titel

  • Von Lars Becker, Seefeld
  • Lesedauer: 3 Min.

Den Blumenstrauß bekam nach der Siegerehrung seine Mama, dann winkte der neue Rekordweltmeister Eric Frenzel kurz seinen Kids zu. Zwei Tage nach seinem überraschenden Einzeltriumph gewann der 30-Jährige »König von Seefeld« gemeinsam mit Fabian Rießle im Teamsprint souverän seine zweite Goldmedaille bei diesen Nordischen Skiweltmeisterschaften in Österreich. Mit insgesamt sieben WM-Titeln hat er seinem Teamkollegen Johannes Rydzek (sechsmal Gold) damit wieder die Position als Rekordweltmeister der Nordischen Kombinierer abgejagt. Und das nächste Erfolgskapitel für die schier unschlagbaren deutschen Winterzweikämpfer geschrieben, die direkt nach dem Triumph zünftig mit frisch gegrillten Würsten feierten.

»Es ist großartig, wenn man gemeinsam solche Erfolge feiern kann. Ich glaube, es ist der Glaube an uns, der das Team so stark macht. Auch nach dieser schwierigen Saison hatten wir immer noch die Hoffnung, dass wird das hier irgendwie rocken können«, kommentierte Frenzel. Nach seinem Goldtriumph am Freitag hatte der Dreifachvater ein paar Stunden mit Ehefrau Laura und seinen Kindern verbracht. Und dann, wie es Bundestrainer Hermann Weinbuch formulierte, »den Drive von Gold« in den Teamsprint mitgenommen.

Der nicht für den Wettbewerb berücksichtigte Johannes Rydzek, der mit Frenzel bei der WM vor zwei Jahren noch den Titel im Teamsprint gewonnen hatte, hatte den beiden Teamkollegen in einer SMS noch Glück gewünscht. Auf der Bergiselschanze von Innsbruck segelte Frenzel dann auf überragende 130 Meter, Rießle ließ anschließend 128 Meter folgen. »Zwei Bomben«, wie es Chefcoach Weinbuch formulierte: »Sie sind im Springen über sich hinausgewachsen.«

So gingen die die deutschen Kombinierer, die in den letzten Weltcup-wochen der Konkurrenz noch hinterhergesprungen waren, überraschend als Spitzenreiter mit acht Sekunden Vorsprung in den Teamsprint-Langlauf über 10 x 1,5 Kilometer. Die Strategie hieß Flucht nach vorn: Schon in der ersten 1,5-km-Runde baute die deutsche Kombiniererführungsfigur mit dem Spitznamen »Effe« den Vorsprung auf 18 Sekunden aus. Der Champion und sein Kollege Rießle liefen danach ein einsames Rennen an der Spitze. Erst gegen Ende wurde es noch einmal etwas knapper, als der spätere Silbergewinner Norwegen und Bronzemedaillist Österreich Gas gaben.

»Fabian hatte Angst, es mit der sicheren Goldmedaille vor Augen noch verkacken. Aber er ist bei sich geblieben und hat den Sieg gesichert«, sagte Weinbuch. Am Ende waren es 8,2 Sekunden Vorsprung auf Norwegen. Und alle wollten wissen, wo das Erfolgsgeheimnis der deutschen Kombinierer liegt, die immer pünktlich zum Großereignis in Topform sind. »Ich glaube, wir wissen auch nicht so recht, warum es immer so läuft. Und wenn wir es wüssten, würden wir es nicht verraten«, kommentierte Frenzel mit einem Grinsen. Neun Goldmedaillen haben die deutschen Kombinierer jetzt bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen in Serie gewonnen.

Hungrig bleiben sie deshalb trotzdem noch - obwohl es gleich nach dem zweiten Gold von Seefeld frische Würstchen gab. »Wir haben den Grill angeworfen, dazu gibt es ein Bier für die Techniker und das Trainerteam. Aber natürlich nicht für die Jungs«, sagte Weinbuch. Schließlich stehen in der zweiten WM-Woche noch zwei weitere Entscheidungen an. Und Eric Frenzel und Co würden gern wie bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren alle vier Goldmedaillen abräumen…

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