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Von Mossad-Agenten und Lichtschwestern

Sinnfragen ragen wie Dachlatten ins Textinnere: Ulf Stolterforths wuchtige Gedichte

  • Von Björn Hayer
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Achtung, bei dieser Lyrik besteht ein erhöhtes Risiko: zum Irrewerden, zur Vernebelung des Geistes. In Ulf Stolterforths nunmehr fünftem »fachsprachen«-Gedichtband geht es heftig und chaotisch zu. Da wird nicht lange gefackelt, wenn man ein umgekipptes und ein dampfendes Auto auf einer Lichtung vorfindet. Sofort schließt sich daran eine Flucht vom Tatort an: »kein unterwegshalt bis saigon. jetzt käme tatterich schlecht./ denkbar schlecht. kapitaler scheuchmachtverfechter. ein aufgebockter/ wartburg mit jetta-aggregat. mit wuppertaler kennung. dann ein polo« - über das Motiv für die oder das Ziel der Reise erfährt der Leser nichts.

Überhaupt scheinen diese wuchtigen Gedichte nicht an kausalen Erklärungen interessiert. Im Gegenteil: Der Dichter sinnt auf maximale Entgrenzung. Wörter werden oftmals aus ihrem üblichen Kontext gelöst, um sie in neue semantische Settings zu verflechten. Daraus ergeben sich zumeist humorvolle bis groteske Bil...


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