Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Clara-Zetkin-Frauenpreis

Mit Empathie und Courage

Zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten sind am Freitag mit dem Clara-Zetkin-Frauenpreis geehrt worden: Linda Rennings und Pia Klemp.

Von Jana Frielinghaus

Zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten sind am Freitag mit dem Clara-Zetkin-Frauenpreis der LINKEN geehrt worden: Linda Rennings und Pia Klemp. Beide zeichnen sich durch besonderen Mut und eine Empathie aus, die für sie Verpflichtung bedeutet.

Rennings gibt denen eine Stimme, die ausgegrenzt am Rande der Gesellschaft ein hartes Dasein auf der Straße fristen. In den Kölner Medien ist sie als »kölsche Linda« bekannt. Sie versucht, insbesondere Frauen wieder eine Perspektive zu geben. 2014 gründete sie den Verein »Heimatlos in Köln«. Rennings weiß wie keine andere, was die Betroffenen brauchen. Denn die 55-Jährige hat selbst fünf Jahre auf der Straße gelebt. Auslöser ihres »Abstiegs« waren eine schwere Krankheit und persönliche Schicksalsschläge. Auf Arbeitsunfähigkeit folgten Entlassung und Zwangsräumung. 2011 gelang ihr der Schritt zurück in ein geregeltes Leben mit festem Wohnsitz. Sie lebt von einer Minirente und ergänzender Grundsicherung. Für Obdachlose engagiert sie sich ehrenamtlich: Hört ihnen zu, begleitet sie zur nächsten Notschlafstelle, hilft bei Behördengängen, organisiert Spenden und Wohnungen.

Pia Klemp war als Kapitänin auf mehreren Schiffen privater Hilfsorganisationen an der Rettung von mehr als 1000 Menschen aus Seenot beteiligt. Gegen die 35-Jährige wird derzeit in Italien wegen Verdachts auf Beihilfe zu illegaler Einwanderung ermittelt. Die Kriminalisierung von Helfern macht die Biologin über die von ihr mitgegründete Initiative »Solidarity at Sea« öffentlich. Im »nd«-Interview (2.2.) sagte sie, das Sterben im Mittelmeer sei eine »menschengemachte Katastrophe«. Und allzu euphorischen Europäern in der LINKEN schrieb sie auf deren Parteitag in Bonn ins Stammbuch: »Tagelang fuhr ich mit einem zweijährigen toten Kind in der Tiefkühltruhe in internationalen Gewässern auf und ab, weil kein europäisches Land es retten wollte, als es noch möglich war (...). Was sag ich seiner traumatisierten Mutter über die Friedensnobelpreisträgerin Europäische Union?«

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift