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»Dritte Option ist kein Latte-Macchiato-Trallala«

SPD-Generalsekretär Klingbeil hält Karnevalsrede der CDU-Chefin für »absolut respektlos« / Auch aus den eigenen Reihen wird Auftritt verurteilt

  • Lesedauer: 2 Min.

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Berlin. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ist für eine Karnevalsrede auf Kosten intergeschlechtlicher Menschen kritisiert worden. Ihre Äußerungen bei einem Auftritt beim Narrengericht im baden-württembergischen Stockach seien »absolut respektlos«, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil der Funke Mediengruppe. »Wieder so ein Tag zum Fremdschämen... Ist es so schwierig, eine humorvolle Narrenrede zu halten, ohne platt auf Minderheiten einzudreschen?«, twitterte der FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Brandenburg, der Fraktionssprecher für die Anliegen von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen (LSBTI) ist.

»Wer war denn von Euch vor kurzem mal in Berlin? Da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen«, sagte Kramp-Karrenbauer bei ihrem Auftritt am Donnerstag im baden-württembergischen Stockach am Bodensee. »Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder noch sitzen müssen. Dafür, dazwischen, ist diese Toilette.« In der Halle wurden die Worte mit einem Tusch und Gelächter und Johlen im Publikum begrüßt.

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (LINKE) kritisierte den Auftritt als »Trauerspiel«. Die Vorsitzende der größten Bundestagspartei finde es lustig, auf Stammtischniveau am Karneval Menschen zu denunzieren, die nicht der geltenden Machonorm entsprechen. Seine Parteifreundin Doris Achelwilm erklärte auf Twitter: »Miesestes Ressentiment, #AKK! #DritteOption ist kein Latte-Macchiato-Trallala, sondern hart erkämpftes Recht. Ein Erfolg gegen Ausgrenzungen, die Sie sich nicht vorstellen können.«

Der Bundesverband Lesben und Schwule in der Union (LSU) hat indes eine Entschuldigung von Kramp-Karrenbauer gefordert. »Natürlich ist eine Entschuldigung fällig«, sagte der Verbandsvorsitzende Alexander Vogt am Montag im Radioprogramm »SWR Aktuell«. »Das erwarten wir.« Auch im Karneval gebe es Grenzen. »Political Correctness hin oder her, manche finden das ja übertrieben«, sagte Vogt. »Aber solche Grenzen müssen klar sein. Man macht ja auch über andere Minderheiten keine Witze mehr.« Auch der Grünen-Politiker Sven Lehmann kritisiert die Rede der CDU-Chefin: »Und wer jetzt sagt, im Fasching oder Karneval sei alles erlaubt: Humor endet dort, wo Diskriminierung von Minderheiten anfängt. Fasching und Karneval sind Feste der Toleranz und Lebensfreude, bei denen alle Menschen ohne Diskriminierung und unter Gleichen feiern können sollten.«

Schon 2015 hatte Kramp-Karrenbauer - damals noch als saarländische Ministerpräsidentin - Empörung ausgelöst, als sie die Öffnung der Ehe für Homosexuelle mit Inzucht gleichsetzte. Agenturen/nd

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