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Den Kleingärten blüht etwas

Andreas Fritsche über Pläne, 15 Gartenanlagen zu beseitigen

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

Wenn die Vögel zwitschern und die Blumen blühen, dann geht dem Kleingärtner das Herz auf. Er hat seine Freude daran. Wenn er mehr Tomaten und Zucchini erntet, mehr Äpfel und Birnen pflückt, als er verzehren kann, und sie mit dem Hinweis »zu verschenken« vor das Gartentor stellt, dann freuen sich die Passanten. Immer gibt es etwas zu tun, immer wieder etwas an der Laube zu reparieren oder im Schuppen zu werkeln. In jeder Parzelle steckt viel Mühe der Pächter, und es hängen viele schöne Erinnerungen daran. Wer kann das alles aufgeben, ohne vom Kummer niedergedrückt zu werden?

Und doch droht Tausenden Berlinern der Verlust ihres Kleingartens. 15 Anlagen sollen in den kommenden Jahren komplett verschwinden, drei weitere müssen einen Teil ihrer Parzellen abgeben, damit dort Kitas, Schulen, Turnhallen, Krankenhäuser und andere Sozialbauten entstehen können. Zu entnehmen sei dies dem »Kleingartenentwicklungsplan 2030«, dessen endgültige Fassung die Senatsumweltverwaltung im April präsentieren wolle, meldet der Rundfunk rbb. Insgesamt 429 Parzellen stehen deswegen auf der Abschussliste, 420 weitere sollen Verkehrsprojekten weichen. Immerhin solle es 787 Parzellen geben, auf die ausgewichen werden könne.

Doch so ein Umzug fällt nicht leicht. Einen alten Kleingärtner verpflanzt man nicht mehr, könnte man in Abwandlung des auf einen alten Baum gemünzten Spruches sagen. Außerdem werden die Ersatzparzellen nicht ausreichen, um alle zu versorgen.

Kleingartenanlagen sind Naturparadiese und Naherholungsgebiete im Häusermeer der Großstadt. Das Land Berlin muss dafür nichts bezahlen, es bekommt sogar noch eine kleine Pachtsumme, wenn es sich um kommunalen Grund und Boden handelt. Darum sollte bei jeder einzelnen Parzelle, die zur Disposition steht, genau überlegt werden, ob es wirklich gar keine andere Lösung gibt.

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