Nackt wie Jesus am Kreuz

Schaubühne Berlin: David Stöhr inszeniert »März« nach Heiner Kipphardt

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Der Anfang: In Felle gesteckte Masken treiben sinnlos auf der Bühne umher, so als stammten sie aus der Periode der Neandertaler. Rasch enthüllen sie sich als Gespann in den Dreipersonenstück »März« nach Heiner Kipphardt, das David Stöhr an der Schaubühne unerhört einfühlsam inszeniert hat, ihm zur Seite Veronika Bachfischer in der Rolle der Hanna, David Ruland als Kofler und Konrad Singer in der Titelgestalt. Bestechend ihre Meisterschaft, diesen hochsensiblen Gegenstand gesten- und sinnreich umgesetzt zu haben.

Alle Klischees eines Verrücktseins wirft die Inszenierung über Bord. Gezeigt werden gedemütigte, ihre eigene Welt bauende Normale. Ort: eine psychiatrische Anstalt, die für viele steht. Zeit: damals, heute, morgen. Handlung: Ein junger Arzt steht in Langzeitkontakt mit März. Er begleitet ihn durch die Nebel des dort und hier, des damals und morgen. Er will mehr über sein Beobachtungssubjekt wissen. März ist schizoider Künstler ...


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