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Ostdeutsche Frauen sind häufiger in Führungspositionen als westdeutsche

Frauenanteil ist unter den Bundes- und Landesrichter*innen besonders hoch

  • Lesedauer: 2 Min.

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Berlin. Frauen aus dem Osten Deutschlands bekleiden prozentual gesehen häufiger Führungspositionen als ihre westdeutschen Kolleginnen. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, für die MDR und RBB mit der Universität Leipzig zusammengearbeitet haben. Demnach ist der Frauenanteil unter aus Ostdeutschland stammenden Führungskräften in nahezu allen untersuchten Bereichen höher als bei westdeutschen. Allgemein sind Menschen aus Ostdeutschland in Führungspositionen aber nach wie vor stark unterrepräsentiert.

Besonders deutlich zeigt sich das in der Bundesregierung: Neben Angela Merkel stammten seit der Wiedervereinigung 16 weitere Regierungsangehörige - und damit nur zehn Prozent - aus dem Osten. Unter den Ost-Politiker*innen in der Regierung finden sich aber zwölf Frauen, was rund 71 Prozent entspricht. Im Gegensatz dazu waren seit 1990 nur 27 Prozent der westdeutschen Bundesminister*innen weiblich.

Und auch in der Wirtschaft lassen ostdeutsche Frauen ihre westdeutschen Kolleginnen hinter sich. So sind derzeit 75 Prozent der aus dem Osten stammenden DAX-Vorstände weiblich, bei den Westdeutschen sind es nur zehn Prozent. Beachtet werden muss hierbei aber, dass sich unter den 193 DAX-Vorständen nur vier Ostdeutsche finden.

Als ostdeutsch galten in der Studie Menschen, die in der DDR, beziehungsweise nach 1990 in den ostdeutschen Bundesländern geboren wurden. Hinzu kommen Menschen, die im Westen zur Welt gekommen sind, aber den Großteil ihres Lebens im Osten verbracht haben.

Doch nicht nur die Herkunft der Führungskräfte, sondern auch der Standort von Unternehmen spielt eine Rolle für die Zahl der Frauen in Führungspositionen. Während in den Jahren 2016 und 2017 in den 100 umsatzstärksten Unternehmen Westdeutschlands nur zwei Prozent aller Unternehmensführer*innen weiblich sind, sind es im Osten immerhin neun Prozent.

Deutlich mehr Frauen sind aktuell unter den Bundes- und Landesrichter*innen der Republik zu finden. Bei den Richter*innen aus Ostdeutschland ist mit einem Frauenanteil von 43 Prozent auf Bundes- und 48 Prozent auf Landesebene nahezu eine ausgeglichene Verteilung zwischen den Geschlechtern erreicht. Blickt man auf die westdeutschen Richter*innen, liegen die Werte mit 34 beziehungsweise 38 Prozent darunter.

Einen starken Anstieg der Frauenanteile - insbesondere der Ostfrauen - registrierten die Wissenschaftler der Uni Leipzig nach der Jahrtausendwende. Da dieser Anstieg mit der Wahl Angela Merkels zur Bundeskanzlerin zusammenfiel, bezeichnen ihn die Studienmacher*innen als Merkel-Knick. dpa/nd

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