Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung
  • Sport
  • fußballfilmfestival

Frauen im Fußball ...

... ist das diesjährige Schwerpunktthema beim 16. Fußballfilmfestival »11mm« im Berliner Kino Babylon

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 3 Min.

Olliver Tietz fühlt sich immer wohl in Berlin, vor allem aus beruflicher Sicht. Er ist Geschäftsführer der DFB-Kulturstiftung. Was er an seinem Arbeitsort Frankfurt am Main, Sitz des Deutschen Fußball-Bundes, vermisst, bringt er am Dienstag mit einem Satz auf den Punkt: »Berlin ist fußballkulturell in Deutschland einmalig, vielleicht sogar international.« Ähnlich könnte man mit Blick auf diesen Freitag urteilen. Frauentag gleich Feiertag - das gilt bundesweit nur in Berlin. International hinkte die deutsche Hauptstadt jedoch lange hinterher: Der 8. März war schon vorher in 26 Ländern ein gesetzlicher Feiertag.

Neben Tietz steht Birger Schmidt auf der Bühne. Er ist einer der Leiter des Fußballfilmfestivals »11mm«, dass »die DFB-Kulturstiftung als Partner seit zehn Jahren fördert«, wie Schmidt erzählt. Bei der Programmpräsentation für die 16. Ausgabe, bei der vom 21. bis 25. März im Berliner Kino Babylon 58 Filme aus 24 Ländern gezeigt werden, stellt Schmidt das diesjährige Schwerpunktthema vor: Frauen im Fußball. »Es ist Fiktion«, stellt er klar, als er über den norwegischen Spielfilm »Heimebane« spricht. Darin soll Helena Mikkelsen Trainerin eines in die erste Liga aufgestiegenen Männerteams werden. Gezeigt wird ein Kampf gegen traditionelle Vorurteile.

Fiktion ist eine Trainerin von Erstligafußballern auch in der Realität. Deshalb kann die oft nur als Vorwand gestellte Frage, ob Frauen das überhaupt könnten, nicht beantwortet werden. Diese sportliche Debatte ist eine Analogie zur gesellschaftlichen über Frauen als Führungskräfte. Im Fußball ging bisher der französische Verein Clermont Foot am weitesten, als Corinne Diacre drei Jahre lang den Zweitligisten erfolgreich trainierte.

Auch im Film taugt das Massenphänomen Fußball, um gesellschaftliche Probleme zu spiegeln. Zehn Filme, allesamt neue Produktionen, sind im Wettbewerb des Schwerpunktthemas. Wichtig ist Schmidt, »dass es auch über das sportliche hinausgeht.« So zeigt beispielsweise der Dokumentarfilm »New Generation Queens« die Schwierigkeiten von Fußballerinnen auf Sansibar, einer Insel auf der der Koran streng ausgelegt wird. Unter tradierten Rollenbildern hat auch Madina Azizi in Kabul zu leiden. Regisseur Gelareh Kiazand begleitet die 23-jährige in seiner Dokumentation. »Einfach Charlie« ist ein Spielfilm über einen 14-jährigen Jungen auf dem besten Weg zum Profi. Doch Charlie ist im falschen Körper geboren, sein größter Kampf ist das Outing. Von unfreiwilliger Aktualität ist der venezolanische Spielfilm »Nos llaman guerreras«, in dem Frauen im Fußball eine Heimat finden, die ihnen ihr zerrissenes Land nicht bieten kann.

Am Ende präsentiert Birger Schmidt noch »ein Geschenk über den Kinobesuch hinaus«. Die Ausstellung »Fan.Tastic Females« über Frauen in verschiedenen Bereichen des Fußballs, die bis 2020 schon komplett ausgebucht ist, wird während des Festivals im Babylon zu sehen sein.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln