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Tierschutz nie ohne Menschenrechte

Robert D. Meyer über die Vorwürfe gegen den WWF

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 1 Min.

Folter, Spionage und sogar Mord: Wenn sich die Vorwürfe gegen den WWF auch nur teilweise als wahr herausstellen, ist der Ruf der Naturschutzorganisation mit dem kuscheligen Panda als Logo auf Jahre ruiniert, wenn nicht sogar die Organisation in ihrer Existenz gefährdet. Schonungslose Aufklärung kann daher nur das Minimalziel sein, die Organisation dürfte bald Schadensersatzforderungen der Opfer erhalten. Der WWF täte gut daran, auch hier auf die Geschädigten zuzugehen, um damit zweifelsfrei klarzustellen: Menschenrechte sind für uns nicht verhandelbar.

Mag der WWF auch zu den angepassteren Nichtregierungsorganisationen gehören, sieht er sich nun genauso wie deutlich radikalere Umwelt- und Tierschützer*innen mit dem Vorwurf konfrontiert, ihre Kampagnen und Initiativen zulasten von Menschen durchzuführen. Doch egal, ob es um für Hungerlöhne schuftende Arbeiter*innen in Schlachthäusern geht oder um Wilderei in Kongo: Die Wut sollte sich niemals gegen jene richten, die nur der sichtbarste Teil viel grundsätzlicherer Probleme sind. Wer eine bedrohte Tierart jagt, tut dies oft, weil es an wirtschaftlicher Perspektive fehlt. Wer im Akkord Schweine zerlegt, kann nichts für Dumpingpreise und katastrophale Tierschutzstandards. Hier muss die Politik handeln und darf Aktivist*innen nicht allein mit Herausforderungen lassen, die komplexer Antworten bedürfen.

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