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Deutscher Botschafter muss Venezuela verlassen

Daniel Kriener wird vorgeworfen, sich in die inneren Angelegenheiten des südamerikanischen Landes eingemischt zu haben

  • Lesedauer: 2 Min.

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Caracas. Der deutsche Botschafter in Venezuela ist nicht länger erwünscht. Die Regierung in Caracas erklärte Daniel Kriener ab Mittwoch zur »Persona non grata« und gab ihm 48 Stunden Zeit, das Land zu verlassen. Staatschef Nicolás Maduro wirft dem Diplomaten vor, sich in die inneren Angelegenheiten des südamerikanischen Landes eingemischt zu haben.

Kriener hatte am Montag gemeinsam mit anderen Diplomaten aus Europa, Lateinamerika und den USA den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó am Hauptstadtflughafen Maiquetía erwartet. Dem Oppositionsführer drohte die Festnahme, weil er trotz eines laufenden Ermittlungsverfahrens und einer Ausreisesperre das Land verlassen hatte. Die Bundesregierung hat schon vor Wochen Guaidóals legitimen Übergangspäsidenten anerkannt.

Kriener sei auf seinen persönlichen Wunsch zum Flughafen gefahren, um mit seiner Anwesenheit eine Verhaftung von Guaidó zu verhindern, erklärte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) im Saarländischen Rundfunk. Obwohl auch andere Diplomaten an der Aktion beteiligt waren, sei nach derzeitigem Stand nur der deutsche Botschafter von der Ausweisung betroffen.

Die Regierung in Caracas warf Kriener politische Parteinahme vor. »Venezuela ist frei und unabhängig. Deshalb sind Handlungen von diplomatischen Vertretern, die eine Einmischung in die Angelegenheiten des Volkes und der Regierung darstellen, nicht erlaubt«, teilte das Außenministerium mit.

Guaidó unterdesssen kritisierte die Ausweisung forderte eine Verschärfung der Sanktionen gegen die linke Führung in Venezuela. Das Vorgehen gegen Kriener stelle »eine Drohung gegen Deutschland« dar, sagte er dem »Spiegel«.

Die USA verfügten weitere Strafmaßnahmen gegen hohe Funktionäre der Maduro-Regierung. 77 Visa von Personen seien entzogen worden, erklärte US-Vizepräsident Mike Pence der Zeitung »El Nacional« zufolge. Der US-Journalist Cody Weddle wurde indes wieder frei gelassen. Er wurde in Venezuela zwölf Stunden festgehalten und soll ausgewiesen werden. Agenturen/nd

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