Jemen: Privatkrieg mit Milizen

Anhaltende Unruhen in Aden machen auf ein größeres Problem aufmerksam

  • Von Philip Malzahn
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Seit vier Tagen kommt es in der Übergangshauptstadt Aden in Südjemen zu Protesten. In den Bezirken Mualla, Mansoura und Khormaksar gingen hunderte Menschen auf die Straße, um Gerechtigkeit im Fall des ermordeten Rafaat Demba zu fordern. Der Soldat war am vergangenen Samstag von den sogenannten »Anti-Terror-Kräften« erschossen worden, eine von den Vereinigten Arabischen Emirate ausgebildete und unterstützte Miliz.

Er war der einzige Zeuge im Fall einer mutmaßlichen Kindesvergewaltigung im Mai vergangen Jahres, die Mitglieder der »Anti-Terror-Kräfte«, auf einer Wache im Bezirk Mualla begangen haben sollen. Laut Aussage seines Vaters drang die Miliz am Samstag in ihr gemeinsames Zuhause ein. Bei dem Versuch, den jungen Rafaat Demba zu verhaften, wurde er von drei Schüssen getroffen und tödlich verletzt. Er starb am Sonntagmorgen im örtlichen Krankenhaus.

In den vergangenen Tagen schaukelten sich die Proteste hoch: Demonstranten zündeten Au...


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