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Griechenland bei Investoren willkommen

Zehnjährige Staatsanleihe erfolgreich platziert / Arbeitslosigkeit sinkt, doch der Aufschwung lahmt

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der griechische Staat hat zum ersten Mal seit Beginn der Verschuldungskrise eine zehnjährige Staatsanleihe an Investoren verkauft. Wie der staatliche Fernsehsender ERT unter Berufung auf die griechische Schuldenmanagementagentur PDMA berichtete, konnte Athen damit 2,5 Milliarden Euro einnehmen. Der Zinssatz beträgt 3,9 Prozent. Den Angaben zufolge summierten sich die Angebote der Investoren sogar auf insgesamt 11,3 Milliarden Euro.

Griechenland war im Sommer 2017 mit einer fünfjährigen Anleihe an den Kapitalmarkt zurückgekehrt. Eine zehn Jahre laufende Anleihe konnte Athen seit März 2010 nicht mehr platzieren. Damals musste der Staat den Anlegern einen nicht mehr tragbaren Zinssatz von 6,25 Prozent bieten - wenige Wochen später beantragte die Regierung internationale Kredithilfen.

Zu der jetzt geglückten Platzierung trug Anfang der Woche die Ratingagentur Moody’s bei, die Griechenlands Kreditwürdigkeit um zwei Stufen auf die allerdings immer noch schlechte Note »B1« anhob. Moody’s begründete den Schritt mit Lichtblicken am Arbeitsmarkt, der anziehenden Konjunktur und einer positiven Entwicklung bei den Schulden. Nach Bekanntwerden der Hochstufung sanken die Renditen griechischer Staatsanleihen deutlich.

Allerdings hat der Aufschwung nach den Krisenjahren zuletzt einen Dämpfer bekommen. Im vierten Quartal 2018 sank das griechische Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent, wie das Statistikamt Elstat am Donnerstag mitteilte. Im gesamten Jahr wuchs die Wirtschaftsleistung um 1,9 Prozent - die linke SYRIZA-Regierung hatte für ihren Haushalt eine Wachstumsrate von 2,1 Prozent veranschlagt. Zudem warnt der Internationale Währungsfonds in einem aktuellen Bericht vor dem relativ hohen Anteil fauler Kredite bei Banken in Griechenland.

Die Arbeitslosenrate ist laut den Statistikern derweil weiter gesunken. Im Dezember betrug sie 18 Prozent, so wenig wie seit Juli 2011 nicht mehr. Der Höchststand war im September 2013 mit einer Quote von 27,8 Prozent erreicht worden. Besorgniserregend hoch ist nach wie vor die Arbeitslosigkeit bei den unter 24-Jährigen (39,5 Prozent).

Die wirtschaftliche Erholung hat dazu beigetragen, dass das Zinsniveau bei zehnjährigen Staatsanleihen derzeit so niedrig ist wie seit 2006 nicht mehr. Doch 3,9 Prozent sind im Euroraum aktuell sehr viel. Die Höhe dürfte auch das Interesse der internationalen Investoren mit erklären, die in der anhaltenden Niedrigzinsphase verzweifelt nach lukrativen Anlagen suchen. In Deutschland etwa muss der Staat nicht einmal ein Prozent berappen. An der Situation wird sich auch nichts ändern: Die Europäische Zentralbank beließ am Donnerstag den Leitzins für den Euroraum bei null Prozent und will daran bis mindestens Ende 2019 nichts ändern.

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