Euphorie und Ernüchterung

Zwei Fotos, zwei Revolutionen. Was Heiner Simon mit seinem Großvater verbindet.

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Zwei Fotos, fast ein Jahrhundert liegt zwischen beiden Aufnahmen. Heiner Simon ist stolz auf beide, hütet sie wie einen Schatz. Die eine zeigt seinen Großvater während der deutschen Revolution 1918, am 10. November in Berlin, Unter den Linden, inmitten einer Gruppe bewaffneter Arbeiter, Matrosen und Soldaten. Vorneweg marschiert ein etwas beleibter, eher bieder aussehender Bürger - hätte er denn nicht auch Patronengurt und Karabiner geschultert. Hinter ihm Friedrich Holz, Simons Großvater. Das Foto gehört zu den am häufigsten veröffentlichten aus jener dramatischen Zeit, da der Kaiser gestürzt und Deutschland eine Republik wurde - deren Ausrichtung freilich in den folgenden Wochen und Monaten heftigst umkämpft wurde: bürgerlich-demokratisch oder rätesozialistisch. Nicht minder turbulent, aber unblutig die zweite deutsche »Revolution« des 20. Jahrhunderts, während der der Schnappschuss entstand, der Heiner Simon bei einer Demonstration ...


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