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  • Gedenken für verstorbenen Neonazi in Chemnitz

Angekommen in der Mitte

Sebastian Bähr über die Chemnitzer Kapitulation vor Nazihooligans

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 1 Min.

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Gedenken im Chemnitzer Stadion an einen toten Neonazi
Gedenken im Chemnitzer Stadion an einen toten Neonazi

Die Chemnitzer Fußballwelt verabschiedete den jüngst verstorbenen Thomas Haller mit Ehren. Beim Spiel gegen VSG Altglienicke hielten viele der 4000 Fans eine Schweigeminute ab, es gab Pyro, der Stadionsprecher bekundete sein Beileid. Auch Peggy Schellenberger, Fanbeauftragte und SPD-Stadträtin, berichtete, dass man »fair, straight, unpolitisch und herzlich zueinander« gewesen sei. Was zeigen diese Momente, ungeachtet der späteren Distanzierungen, Relativierungen und Schadensbegrenzungsversuche? Der Chemnitzer Fußballclub hat seit der Wende ein Naziproblem. Und die Nazis sind mittlerweile so stark im Stadion und der Stadtgesellschaft verankert, dass sie kaum noch als Problem wahrgenommen werden.

Haller hatte in den 1990er Jahren die Gruppe Hoonara gegründet. Der Name »Hooligans-Nazis-Rassisten« war Programm. Ein Mitglied beteiligte sich 1999 an der Ermordung eines Punk. Bis 2007 konnte dennoch eine Sicherheitsfirma von Haller den Ordnerdienst für den CFC stellen. Der Chef baute derweil seinen Einfluss auf die nächsten Hool-Generationen, die »NS-Boys« und »Kaotic Chemnitz«, aus. Letztere hatten im vergangenen Sommer zu den rassistischen Ausschreitungen in der Stadt aufgerufen.

Wenn Verein und Politiker keine Wiederholung der Gewaltorgie wünschen, müssen sie präventiv handeln. Nicht erst, wenn der Shitstorm tobt.

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