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Flixtrain will mehr Züge fahren lassen

Der Fernbusgigant Flixmobility baut Verkehr auf Straße und Schiene aus

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Der Fernbusgigant Flixmobility mit seiner Marke Flixbus schickt sich an, die Deutschen Bahn mit dem Flixtrain nun auch auf den Gleisen in Bedrängnis zu bringen. Nach nur einem Jahr nach der Übernahme von zwei Zugverbindungen geht Flixtrain auf Expansionskurs und will weitere Städte anfahren. »Wir sind noch nicht am Ziel«, sagte der Flixmobility-Chef André Schwämmlein.

Bahnreisende können sich eigentlich nur den Erfolg dieses Projekts wünschen. Denn auch für den Bahnreiseverkehr gilt: Konkurrenz belebt das Geschäft. Deutlich ist das im Nahverkehr, in dem seit rund 20 Jahren Aufträge im Wettbewerb vergeben werden. Das sorgte nicht nur für mehr Vielfalt auf den Schienen, sondern auch für mehr Qualität in den Zügen, gerade bei der Deutschen Bahn.

Auch Zugangebote im Ausland ab 2020 geplant

Sie sind grün, oft nicht mehr die jüngsten, aber günstig: Züge von Flixtrain werden Reisende bald etwas häufiger sehen, nicht nur in Deutschland. Unter der Marke Flixbus verkauft das Unternehmen Fernbusfahrten in 28 Ländern. Auch bei Flixtrain bleibt Deutschland nicht das Limit: Erste Zugangebote im Ausland werden geprüft. »Wenn es möglich ist, wollen wir es gern 2020 machen«, sagte Schwämmlein.

Für das Inland steht fest, dass der kleine Bahnkonkurrent im Frühling 2019 die Bahnverbindung Berlin - Köln neu auf den Fahrplan nimmt. Auf der bestehenden Strecke Köln - Hamburg soll ein dritter täglicher Zug fahren. Im vergangenen Jahr hatte Flixtrain 750 000 Fahrkarten verkauft. Zum Vergleich: Im Fernverkehr der bundeseigenen Deutschen Bahn waren es 145 Millionen.

Für nächstes Jahr sollen weitere Strecken angemeldet werden. »Wir werden das Netz definitiv ausbauen«, kündigte Schwämmlein an. Dabei helfe es, dass die Bundesnetzagentur die Gebühr für die Schienennutzung herabgesetzt hat.

Termin für Premierenfahrt Berlin - Köln noch offen

Einen Termin für die Premierenfahrt Berlin - Köln gibt es noch nicht. »Wir sind gerade dabei, das Wagenmaterial zu besorgen«, hieß es. Halten soll der Zug zum Beispiel in Hannover, Dortmund, Essen und Düsseldorf. Flixtrain fährt auch zwischen Berlin und Stuttgart, zudem gibt es einen Nachtzug von Hamburg nach Lörrach.

Gescheitert ist das Unternehmen mit dem Versuch, seine Züge auf die neue Paradestrecke der Deutschen Bahn Berlin - München zu bekommen. »Das ist aktuell für uns gestorben mit dem bestehenden Wagenmaterial«, so Schwämmlein. Denn im Fuhrpark fehlt ein ICE.

Beim Flixbus auch Buchung von Sitzplätzen gegen Gebühr

Zusätzlichen Umsatz in Deutschland soll der Flixmobility nicht nur die Schiene bringen. Künftig sollen Fahrgäste in allen Bussen gegen Gebühr Sitzplätze reservieren können. Bislang ist das ein Versuch auf ausgewählten Verbindungen. Es soll aber weiterhin in jedem Bus Plätze ohne Reservierung geben. Ein weiteres Ziel sei, ganze Busse mit Fahrer für Gruppenreisen zu vermieten.

Beim Bus ist Flixbus inzwischen in einem großen Teil seiner Märkte profitabel. Der Unternehmen widerspricht Angaben, denen zufolge Fernbusreisen in Deutschland teurer geworden sind. »Faktisch sind die Preise nicht gestiegen.« Gewachsen sei die Spreizung zwischen den teuersten und den billigsten Fahrkarten. dpa/nd

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