Werbung

Tschechischer Politiker sorgt mit Holocaust-Vergleich für Empörung

Umsetzung europäischer Richtlinien in nationales Recht sei wie die Arbeit eines »jüdischen Ausschusses«

  • Lesedauer: 1 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Vaclav Klaus junior empört mit einem Holocaust-Vergleich.
Vaclav Klaus junior empört mit einem Holocaust-Vergleich.

Prag. Der tschechische Parlamentsabgeordnete Vaclav Klaus junior hat mit einem Holocaust-Vergleich für Empörung gesorgt. Das berichtete die Zeitung »Lidove noviny« am Mittwoch. Der Sohn des früheren Präsidenten Vaclav Klaus zog demnach eine Parallele zwischen der Umsetzung europäischer Richtlinien in nationales Recht und der Arbeit eines »jüdischen Ausschusses«, der die Leute habe aussuchen müssen, die mit dem nächsten Transport ins KZ fahren werden.

»Wir entscheiden nur, dass wir die kranken Frauen noch nicht schicken, sondern erst mit dem nächsten Zug - aber ansonsten machen wir einfach das, was man uns sagt«, erklärte Klaus in der Debatte über die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU. Der Vorsitzende der Bürgerdemokraten (ODS), Petr Fiala, bat daraufhin für den unpassenden Vergleich seines Parteikollegen um Entschuldigung. Andere Politiker riefen Klaus auf, sich mit der Funktionsweise der EU vertraut zu machen. Der frühere Gymnasialdirektor Klaus junior ist seit 2017 Abgeordneter.

Das nationalsozialistische Deutschland war am 15. März 1939 in Prag einmarschiert. Von den rund 80.000 aus der früheren Tschechoslowakei deportierten Juden überlebten nur etwa 11.000 den Holocaust. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen