Roboter ersetzen Wanderarbeiter

Chinas Führung und die Industrie setzen auf Produktivitätssteigerung. Dies kostet immer mehr Jobs

  • Von Felix Lee, Peking
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Xia Xiaobo ist das Gesicht einer neuen Klasse in China. Der 34-Jährige war einst Bauer, dann zog er wie Millionen andere Landbewohner in die neu entstandenen Industriestädte am Perflussdelta im Süden Chinas, wegen der vielen Produktionsstätten auch bekannt als »Werkbank der Welt«. Dort heuerte er bei einer japanischen Elektronikfirma an. Diesen Job wird Xia demnächst verlieren. Und es ist nicht nur der Handelsstreit, den die Führung in Peking derzeit mit den USA ausficht und der sich schon jetzt erheblich auf die chinesische Exportindustrie auswirkt. Xia gehört einer in China neuen Klasse von Arbeitslosen an, die in den Fabriken von Robotern ersetzt werden. Auch er wird nun einfach nicht mehr gebraucht.

Mehr als 30 Jahre lang haben Hunderte Millionen Wanderarbeiter Chinas wirtschaftlichen Aufstieg maßgeblich mitgeprägt. Sie gingen dorthin, wo es Arbeit gab, schufteten als Billiglöhner in den Fabriken, errichteten Straßen, Schienenstr...


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