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Zaghafte Schritte gegen sexuellen Missbrauch

Die Deutsche Bischofskonferenz will stärker mit staatlichen und nichtstaatlichen Stellen zusammenarbeiten

  • Von Lotte Laloire
  • Lesedauer: 3 Min.

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Bischofskonferenz: Zaghafte Schritte gegen sexuellen Missbrauch

Die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz kommt vom 11. bis 14. März in Lingen zusammen. Hauptthema ist auch dieses Mal sexueller Missbrauch, nachdem im vergangenen Herbst eine Studie bestätigt hatte, dass seit Kriegsende mindestens 1670 Priester 3677 Minderjährige sexuell belästigt oder vergewaltigt hatten.

Der Missbrauchsbeauftragte der Konferenz, Stephan Ackermann, kündigte dazu mehrere Teilprojekte an. Eines davon heißt »Unabhängige Aufklärung« und sei in enger Abstimmung mit Johannes Wilhelm Rörig, dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, vereinbart worden. »Bis Ende Mai 2019 soll dazu ein Treffen stattfinden, bei dem das Arbeitsfeld ausgeleuchtet und erste Inhalte festgelegt werden sollen«, so der Trierer Bischof. Ackermann könne sich am Ende eine Vereinbarung zwischen Staat und Kirche oder eine unabhängige Kommission vorstellen. Eine zeitliche Dimension nannte Ackermann hierfür nicht.

Auf Anregung Rörigs soll auch ein Gutachten zum 2011 eingeführten »Verfahren zu Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids« ermitteln, wie praktikabel und wie akzeptiert dieses Verfahren bei Betroffenen und Diözesen ist. Zudem laufe derzeit »eine Recherche« zu nichtkirchlichen Beratungsangeboten, mit denen eine niederschwellige und gegebenenfalls anonyme Beratung zur Verfügung gestellt werden könnte, so Ackermann weiter. Am Rande der Konferenz teilte der Bischof der Deutschen Presseagentur mit, dass die katholische Kirche sich der anhaltenden Kritik an dem Modell der Geldzahlungen an Betroffene sexuellen Missbrauchs stellen wolle.

Als Maßnahme zur Vermeidung von Missbrauch könnte auch begriffen werden, dass man sich Gedanken über Frauen in der katholischen Kirche macht. So soll im Fall von Leitungsfunktionen innerhalb der Verwaltung die Zahl von Frauen in den kommenden vier Jahren auf mindestens ein Drittel erhöht werden, wie Bischof Franz-Josef Bode aus Osnabrück bereits am Dienstag ankündigte. Bode ist Vorsitzender der Pastoralkommission und der Unterkommission »Frauen in Kirche und Gesellschaft« und setzt sich für mehr Frauen in der Kirche ein.

Bereits 2015 hatten Bischöfe sich dafür ausgesprochen, »an den verschiedenen Leitungsdiensten in der Kirche möglichst viele Frauen und Männer gerecht zu beteiligen«, so das Wort der deutschen Bischöfe zur Erneuerung der Pastoral. »Gerecht« heißt bei der katholischen Kirche offenbar, dass Frauen in bestimmten Bereichen ein Drittel Teilhabe zugestanden wird.

Zum Status Quo des Frauenanteils stellte die Forscherin Andrea Qualbrink ihre von der Kirche beauftragte Studie »Frauen in Leitungspositionen deutscher Ordinariate und Generalvikariate 2018« vor. Ein Generalvikariat oder auch Ordinariat, ist die zentrale Verwaltungsbehörde eines Bistums. Eine der Erkenntnisse fasst Bode folgendermaßen zusammen: »Eine Steigerung des Frauenanteils auf der obersten Leitungsebene der Diözesen von 13 Prozent auf 19 Prozent innerhalb der letzten fünf Jahre ist nicht nichts, aber längst nicht zufriedenstellend.« Eine verpflichtende Quote ist indes nicht geplant.

Die stellvertretende Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Agnes Wuckelt, nannte den höheren Frauenanteil im »Spiegel« noch keinen Grund zu jubeln. Unter dem Motto MachtLichtAn fordert die kfd die Bischöfe auf, »Licht in das Dunkel der Missbrauchsfälle zu bringen, verkrustete Machtstrukturen abzuschaffen, unabhängige Missbrauchsbeauftragte einzusetzen und die kirchliche Sexualmoral zu verändern«. Die Frauen hatten Bode am Montag nach eigenen Angaben rund 30 000 Unterschriften zur Erneuerung der Kirche und Aufklärung der Missbrauchsfälle überreicht.

Im Vorfeld der Versammlung hatte der Opferverband Eckiger Tisch, der nicht nach Lingen eingeladen worden war, »Taten« verlangt. Sprecher Matthias Katsch wies erneut darauf hin, dass die Einbindung und das Erfahrungswissen der Betroffenen unverzichtbar seien. Mit Agenturen.

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