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»Weil ihr uns die Zukunft klaut!«

Weltweit demonstrieren Schüler*innen für mehr Klimaschutz / Tausende Jugendliche in Deutschland auf der Straße

  • Von Katharina Schwirkus
  • Lesedauer: 3 Min.

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Schülerinnen bei der
Schülerinnen bei der "Fridays For Future" (zu Deutsch: freitags für die Zukunft) Demonstration in Berlin.

»Oma was ist Schnee?«, steht auf dem Plakat einer Schülerin, auf einem anderen »Blaukraut bleibt Blaukraut und Braunkohle bleibt Scheiße«. Kinder und Jugendliche, die an den heutigen Demonstrationen der Bewegung »Fridays vor Future« (zu Deutsch: freitags für die Zukunft) in Deutschland teilnehmen, klagen die verfehlte internationale Klimapolitik an.

Schon am frühen Freitagmorgen strömen Tausende Schüler*innen in Berlin zum Invalidenpark, der zwischen dem Verkehrsministerium und dem Wirtschaftsministerium liegt. Dort versammeln sie sich auf einem Platz und rufen: »Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!« Laut Schätzungen der Polizei vom Mittag sind mindestens 15.000 Menschen auf der Straße. Die Invalidenstraße ist bereits ab 10:00 Uhr aufgrund der vielen Protestierenden gesperrt worden. An deutsche Politiker*innen werden klare Forderungen gestellt - unter anderem ein sofortiger Ausstieg aus der klimaschädlichen Braunkohle.

Lesen Sie auch: »Schüler politisieren die Zukunft« - ein Kommentar zu den Fridays For Future.

Düsseldorfer Schülern wird Bußgeld angedroht

Auch in Nordrhein-Westfalen gehen Tausende Jugendliche auf die Straße, obwohl sie zum Teil mit negativen Konsequenzen rechnen müssen. Lukas Mielczarek vom »Fridays For Future«-Bündnis Düsseldorf sagt gegenüber dem »nd«: »Schülerinnen und Schülern des Comenius-Gymnasiums wurden Bußgelder angedroht.« Außerdem sei es nicht ausgeschlossen, dass ihre Namen der Bezirksregierung weitergegeben würden, wenn sie sich an der Demonstration beteiligten. Die Schulleitung beziehe sich auf einen Brief der Bezirksregierung, demnach sie Anweisung bekommen habe, die Namen weiterzuleiten. Doch auf eine Nachfrage von Mielczarek bei der Bezirksregierung hieß es, dass es ein solches Schreiben nur in Wuppertal gegeben hätte.

In der Stadt Ratingen habe es Probleme am Adam-Josef-Cüppers-Berufskolleg gegeben, berichtet Mielczarek weiter. Die Leitung habe auf den Willen der Schüler*innen, an einer Demonstration teilzunehmen, mit Ablehnung reagiert. In Köln nahmen trotz des regnerischen und kalten Wetters rund 10.000 Menschen an dem Protestzug teil, wie die Polizei bestätigte. In Münster waren es laut Polizei rund 2.300. In vielen weiteren Städten Deutschlands protestierten ebenfalls mehrere Tausende Kinder und Jugendliche für mehr Klimaschutz.

Demonstrationen auf der ganzen Welt

Weltweit werden am Freitag den 15. März 2019 mehr als 1.650 Protestaktionen in mehr als 100 Staaten erwartet. Die Demonstrationen am Freitag gelten als vorläufiger Höhepunkt der Bewegung. Bereits seit Wochen gehen Schüler*innen nach Vorbild der schwedischen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg jeden Freitag auf die Straße. Unter anderen begrüßte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Proteste. Hinter die Streikenden haben sich auch rund 12.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gestellt. Die Anliegen der jungen Menschen seien berechtigt und gut begründet, heißt es im Aufruf der Gruppierung »Scientists4Future« (zu Deutsch: »Wissenschaftler für die Zukunft«).

Es gibt aber auch Kritik an den Schülerdemos aus dem etablierten Politikbetrieb. So hat beispielsweise FDP-Chef Christian Lindner gesagt: »Von Kindern und Jugendlichen kann man aber nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen.« Das sei eine »Sache für Profis«.

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