Werbung

Gefahr nach Schiffskatastrophe noch nicht gebannt

Risiko langfristiger Küstenverschmutzung besteht weiter / Dritter Ölteppich entdeckt

  • Lesedauer: 3 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Brest. Trotz schlechten Wetters und rauer See kämpfen Einsatzkräfte nach dem Untergang eines Frachters in der Biskaya gegen die befürchtete Ölkatastrophe an. Frankreichs Atlantikküste dürfte aber vorerst von den im Meer treibenden Ölteppichen verschont bleiben. Aufgrund der aktuellen Umweltbedingungen sei die Küste in der kommenden Woche nicht betroffen, teilte die zuständige Seepräfektur am Sonntagabend mit. Allerdings bleibe das Risiko einer langfristigen Küstenverschmutzung bestehen.

Man versuche, die im Meer treibenden Ölteppiche weiter einzudämmen, so die Präfektur. Die See sei rau, aber die Arbeit werde fortgesetzt. Für Dienstag werde besseres Wetter erwartet - dann könne man auch wirksamer gegen die Verschmutzung vorgehen. Ein Schiff aus Spanien soll ab Montag zur Unterstützung im Einsatz sein. Derzeit sind mehrere Schiffe vor Ort, um eine Ausbreitung des Öls zu verhindern. Umweltminister François de Rugy bedankte sich bei den Seeleuten für ihren unermüdlichen Einsatz.

Das Öl stammt aus den Treibstofftanks des am vergangenen Dienstag gesunkenen Frachters. Die »Grande America«, die neben Containern auch über 2000 Fahrzeuge an Bord hatte, war nach tagelangem Brand gut 300 Kilometer von der Küste entfernt gesunken. Das unter italienischer Flagge fahrende Schiff hatte auch Gefahrgut an Bord.

Zunächst hatte die Seepräfektur zwei kilometerlange Ölteppiche ausgemacht. Am Freitag entdeckten die Spezialkräfte schließlich eine dritte Verschmutzung an der Stelle, wo das Schiff gesunken war. Der neue Teppich könnte nach Angaben der Präfektur ein Hinweis darauf sein, dass aus dem Wrack noch immer Schweröl freigesetzt wird.

Die Präfektur hatte nach dem Untergang mitgeteilt, dass erste Einschätzungen das Risiko einer Küstenverschmutzung bestätigten. Umweltminister de Rugy nannte als gefährdete Regionen das Département Charente-Maritime mit der Hafenstadt La Rochelle und das Département Gironde, in dessen Mitte Bordeaux liegt. Er schloss nicht aus, dass das Öl auch an die spanische Biskaya-Küste gelangen könnte.

Besonders gefährdet ist das Gebiet um die Flussmündung der Gironde. Am Samstag sorgten Fotos von einem verschmutzten Strand in der Nähe der Flussmündung für Unruhe. Zahlreiche französische Medien berichteten daraufhin, dass es sich bei dem braunen Schlick im Küstenort Hourtin wahrscheinlich um die ersten Ausläufer der Ölteppiche handele.

Untersuchungen hätten aber gezeigt, dass es sich um »organische Abfälle« handele. Die Überwachung dauere jedoch an.

In Frankreich wurden Erinnerungen an frühere Schiffskatastrophen wach. Der Schiffbruch der »Erika« hatte im Dezember 1999 im Ärmelkanal eine riesige Ölkatastrophe ausgelöst. Lange Zeit davor war bereits der Tanker »Amoco Cadiz« im März 1978 in der Bretagne auf Grund gelaufen. Damals war jedoch deutlich mehr Öl ausgelaufen. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen