Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.

Es bleibt ja alles in der Familie

Beklemmend und hochkomisch: Das komplexe Horrorszenario »Wir« ist auch eine Sozialsatire

  • Von Benjamin Moldenhauer
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Es ist eine Binse, dass im Horrorfilm das Verdrängte und panisch Verleugnete seinen Platz hat. Im Monster kristallisiert sich das Bild der bedrohlichen Wiederkehr von Regungen und Impulsen, die nicht sein dürfen, aber das Treiben der Menschen vom Verborgenen aus mitbestimmen. Im Falle der klassischen Monsterfiguren - Vampir, Werwolf, Dr. Jekyll/Mr. Hyde, in gewisser Weise auch noch Frankensteins Monster - waren das zumeist sexuelle Impulse. Eine Konstellation, die am besten im Kontext einer eindeutig repressiven Sexualmoral funktioniert und deswegen seit den sechziger Jahren vor allem nostalgische Qualitäten hat; als Erinnerung an die vergleichsweise klare Logik eindeutig definierter Angstbilder.

Zeitgemäße Horrorfilmmonster hingegen fungieren zumeist nicht als allegorische Bilder versagter erotischer Wünsche, sondern als Affektbilder einer mit Macht aus der Peripherie ins Zentrum zurückdrängenden Brachialität. Zwar ist die Gewaltinsze...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.