Natürlicher als Natur

Die Idee vom »unberührten Paradies« behindert eine konstruktive Umweltpolitik.

  • Von Carla Hegerl
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Ich betrete den Nationalpark Sächsische Schweiz von Bad Schandau aus, um Eindrücke für einen Artikel über Naturbegriffe zu sammeln. Ich komme an zwei Luchsgehegen vorbei, an unzähligen Ferienhäusern und schließlich an einem Schild auf dem steht: »Natur Natur sein lassen«. Natur soll sich hier »nach ihren eigenen Gesetzen« entwickeln, menschliche Besucher*innen dürfen sie nur von Wegen und ausgewählten Aussichtspunkten aus bestaunen. Ich betrete mit dem Nationalpark also einen seltsam schizophrenen Zustand und bin »in der Natur« nur insofern ich Abstand halte. Es ist mit dieser »Natur« das gleiche wie mit der wissenschaftlichen Objektivität: sobald ich sie betrete, habe ich sie qua meiner eigenen Anwesenheit schon verscheucht - ihr Ende ist immer schon eingetreten.

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