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Lehrerverbandschef agitiert gegen Klimaschwänzer

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL) aus dem bayrischen Deggendorf macht mobil gegen Schüler, die in der Unterrichtszeit demonstrieren

  • Von Jana Frielinghaus
  • Lesedauer: 2 Min.

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Heinz-Peter Meidinger
Heinz-Peter Meidinger

In Deggendorf herrscht noch Zucht und Ordnung. Jedenfalls an der Schule, die Heinz-Peter Meidinger regiert. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL) ist Direktor eines Gymnasiums der ostbayerischen Kreisstadt. Wem es dort einfallen sollte, während des Unterrichts für Klimaschutz zu demonstrieren, der muss mit der Härte des Gesetzes rechnen.

Nicht, dass Meidinger etwas gegen die Anliegen der Jugendbewegung «Fridays for Future» hätte. Aber dafür schwänzen? Kommt für ihn nicht in die Tüte. Zöglinge seiner Lehranstalt müssten dann alle Fehlstunden nachsitzen und eine Expertendebatte zum Klimaschutz organisieren, sagte er der «Süddeutschen Zeitung». Damit wären sie insofern gut dran, als Kinder anderswo schon mal einen Tadel oder eine Sechs für ihr Fernbleiben vom Unterricht riskieren. In Deggendorf wird nach Angaben von Meidinger nachmittags demonstriert.

Der DL-Chef kritisiert «teils chaotische Zustände» an bayerischen Schulen, Direktoren, die das Treiben der Jugend entschuldigen, und lasche Politiker, die den Schulpflichtverletzern applaudieren. In seltsamem Kontrast zu all der Aufregung steht, dass der 64-Jährige die Protestbewegung zugleich kleinredet. Nur zwei Prozent der Schüler in Deutschland beteiligten sich daran, meint er. Der Chef des Verbandes, der sich nach eigenen Angaben als Gegengewicht zu den «Linksgewerkschaften» betrachtet, hat offenkundig ein Problem mit Formen der politischen Willensbekundung, die Regelverletzungen beinhalten. «Die Haltung, dass der Zweck die Mittel heiligt, ist gefährlich, mahnt er.

Wenn der Pädagoge allerdings Politiker kritisiert, die unter Verweis auf volle Stundenpläne nicht bereit seien, der politischen Bildung mehr Raum zu geben, den massiven Unterrichtsausfall infolge der Demos aber hinnehmen, dann hat er recht. Auch Gymnasiasten verlassen mehrheitlich frei von Wissen über gesellschaftliche Widersprüche und deren historischer Entwicklung die Schule, sofern ihnen das nicht anderswo vermittelt wurde.

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