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Grüne sehen Impfpflicht skeptisch

Expertin Schulz-Asche: Statt auf Zwang und Sanktionen müsse man das Vertrauen in eine gute Beratung stärken

  • Lesedauer: 2 Min.

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Berlin. Die Grünen im Bundestag gehen auf Distanz zu Forderungen aus der SPD, die Impfung von Kindern gegen Masern zur Pflicht machen. Statt auf Zwang und Sanktionen müsse man das Vertrauen in eine gute Beratung stärken und auf herrschende Verunsicherungen eingehen, erklärte die Gesundheitsexpertin der Partei, Kordula Schulz-Asche, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). »Dazu brauchen wir eine Aufwertung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und bessere personelle Ausstattung.« Schulz-Asche betonte zugleich, Impfen sei ein Akt gesellschaftlicher Solidarität. »Je mehr Menschen geimpft sind, desto größer ist der Schutz für die Bevölkerung, auch gerade für diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können.«

Der SPD-Fraktionsvize und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte dem RND gesagt, er sei über eine Impfpflicht mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Gespräch und »zuversichtlich, dass wir demnächst einen entsprechenden Vorschlag vorlegen können«. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur, man sei besorgt über die steigende Zahl der Maserninfektionen in Deutschland, die zu viele Menschen »auf die leichte Schulter« nähmen. »Eine Debatte über mögliche Maßnahmen ist nur zu begrüßen«, sagte er.

Angesichtes einer Häufung von Krankheitsfällen in mehreren Regionen hatte die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin kürzlich eine Impfpflicht gefordert. Masernerkrankungen seien extrem ansteckend und potenziell tödlich. Infolge einer Masernerkrankung könne es teils erst Jahre später zu einer Gehirnentzündung kommen, für die es keine Behandlung gebe und an der betroffene Patienten ums Leben kämen.

Druck in dieser Richtung kommt auch von den Liberalen. »Die FDP spricht sich für eine gesetzliche Impfpflicht für Kinder bis 14 Jahre aus«, sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, dem RND. »Seine Kinder nicht impfen zu lassen, ist verantwortungslos gegenüber dem Wohl des eigenen Kindes und auch gegenüber Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst geimpft werden können.«

Auch internationale Organisationen warnen massiv vor einer alarmierenden Zunahme von Masernfällen: Weltweit hätten im vergangenen Jahr 98 Länder ein stärkeres Auftreten der Virusinfektion registriert als im Vorjahr, heißt es in einem aktuellen Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef. Agenturen/nd

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