Die doppelte Lüge

Der Fall Lüdke ist die beschämende Geschichte eines angeblichen Massenmörders und einer angeblich bewältigten Vergangenheit nach dem Ende der NS-Zeit

  • Von Sebastian Haak
  • Lesedauer: ca. 7.5 Min.

Nur allzu gerne und über allzu viele Jahre hinweg haben allzu viele Menschen in Deutschland geglaubt, mit der »Stunde Null« hätten nicht nur alle Nazis das Land verlassen. Sondern auch alles Erbe des Nationalsozialismus sei in dem Moment aus Deutschland verschwunden, da das Dritte Reich im Mai 1945 vor den Alliierten kapitulierte.

Doch Seite für Seite zeigen Susanne Regener und Axel Doßmann in ihrem Buch, wie sehr diese Vorstellung eine Fiktion ist. Eine, zu der Fotos von polizeilichen Vernehmungen ebenso gehören wie die dabei entstandenen Protokolle. Und der Film »Nachts, wenn der Teufel kam«, der dem Schauspieler Mario Adorf Ende der 1950er Jahre zu seinem künstlerischen Durchbruch verhalf. Ebenso die Gipsnachbildung der rechten Hand jenes Mannes, der Jahrzehnte lang als einer der schlimmsten Massenmörder der deutschen Geschichte galt. Und der wohl doch keinen einzigen Menschen getötet hat: Bruno Lüdke.

Die Geschichte, die ...

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