Ein Stück des Wuhletal-Wanderwegs wird am 14. April zum nd-Wanderweg.

Gemeinsam unterwegs im Wuhletal

Start zur nd-Wanderung: 14. April, 9 bis 11 Uhr am Berliner U-Bahnhof Kienberg/Gärten der Welt

Von Andreas Fritsche

Idyllisches Fleckchen in der Nähe der Gärten der Welt. Über die Holzbrücke führt die lange Strecke der nd-Wanderung.
Idyllisches Fleckchen in der Nähe der Gärten der Welt. Über die Holzbrücke führt die lange Strecke der nd-Wanderung.

Vielversprechend schon der Name dieser Berliner U-Bahnstation. »Kienberg/Gärten der Welt«, heißt sie. Hier startet am 14. April von 9 bis 11 Uhr die 101. nd-Leserwanderung. Ziel ist die Vereinsgaststätte »Daheim« der Kleingartenanlage »Kaulsdorfer Busch« an der Mieltschiner Straße 52.

Auf die Idee gebracht hat uns Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (LINKE). Sie wünschte sich bei der 100. Wanderung im vergangenen Herbst, die Leser der sozialistischen Tageszeitung sollten doch endlich wieder einmal in ihrem Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf vorbeischauen. Der Anregung sind Verlag und Redaktion gern gefolgt. Denn wir wissen, dass wir dort eine große Zahl treuer Leser haben und dass es im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf viele schöne Ecken gibt, die so gar nicht dem Klischee von den angeblich tristen Plattenbauvierteln entsprechen. Wer das nicht weiß, wer das nicht glauben will, der soll doch am 14. April mitkommen und kann sich mit eigenen Augen davon überzeugen.

Unser Wanderleiter Gerhard Wagner hat sich die wahrscheinlich schönste Ecke für die Strecken ausgeguckt - das Wuhletal und insbesondere die Gegend rund um die Gärten der Welt. Für die Gärten selbst wird zwar Eintritt verlangt, Wagner führt uns aber auf schlau ausgedachten Pfaden an dem eingezäunten Areal vorbei. Wer die Zeit dafür übrig hat und den Anstieg nicht scheut, kann auch einen Abstecher zum Aussichtsturm auf dem Kienberg machen und wird dort oben mit einem herrlichen Rundblick belohnt.

Ausgeschildert werden am 14. April eine sieben Kilometer lange und eine 14 Kilometer lange Strecke. Es gibt außerdem die Möglichkeit, die lange Strecke etwas abzukürzen und neun Kilometer zu wandern. Damit nicht genug, besteht auch noch eine vierte Möglichkeit. Alle drei Strecken passieren nämlich knapp vier Kilometer vor dem Ziel den S- und U-Bahnhof Wuhletal. Wer möchte, könnte sich also auch erst dort auf den Weg machen. Die kostenlosen Start- und Wanderkarten werden allerdings nur am U-Bahnhof Kienberg/Gärten der Welt ausgegeben. Wer erst am S- und U-Bahnhof Wuhletal dazustößt, muss sich am Ziel eine Startkarte geben lassen, um am Quiz teilnehmen zu können. Alle vier Streckenvarianten sind aus der Wanderkarte ersichtlich, die in der nd-Wochenendausgabe vom 13./14. April veröffentlicht wird. Wem alle Strecken zu lang sind, der kann gleich zum Ziel kommen.

Am nördlichsten Punkt der Wanderung überquert die lange Strecke die Nikolai-Bersarin-Brücke. Sie erinnert an den Generaloberst, der nach der Befreiung Berlins vom Faschismus am 24. April 1945 als erster Stadtkommandant eingesetzt wurde. Er organisierte umgehend die Lebensmittelversorgung und die Instandsetzung von Strom- und Wasserleitungen. Nach nur 50 Tagen im Amt starb er bei einem Motorradunfall. Was er für Berlin getan hatte, ging weit über seine Dienstpflichten hinaus. Dafür wurde ihm 1975 in Ostberlin postum die Ehrenbürgerwürde verliehen. Doch 1992, bei der Zusammenführung der Ehrenbürgerlisten von Ost- und Westberlin, entfiel der Name Bersarin. Der unbegründete Vorwurf lautete, er habe die Vergehen sowjetischer Soldaten an der Bevölkerung nicht zu verhindern versucht. Forschungen des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst konnten das widerlegen. Das Abgeordnetenhaus forderte den Senat im Jahr 2000 auf, Bersarin wieder in die Liste der Ehrenbürger aufzunehmen. Erst 2003 kam es dazu. Viele Jahre hatte die Abgeordnete Gesine Lötzsch (LINKE) Druck gemacht.

Lötzsch ist ein oft und gern gesehener Gast bei den nd-Wanderungen, so wie auch Petra Pau. Am 14. April werden sie wieder dabei sein.