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Vom menschlichen Fußabdruck

Hingebungsvoll den Boden wischen: »shifted realities« in der Halle Tanzbühne Berlin

  • Von Karin Schmidt-Feister
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die Saison 2019 eröffnet mit einem Paukenschlag: ein Doppelsolo von Toula Limnaios und Hironori Sugata - eine asymmetrische Synthese zwischen Banalität, Utopie und Dystopie. Das zweigeteilte Raumkonzept ist bestechend: In blau-grünen Leuchtschuhen umrundet Hironori Sugata mit großen festen Schritten ein Zimmer aus Gaze, in dem Toula Limnaios, gleichsam als Erinnerung an ihre gemeinsame Kompaniegeschichte seit »irrsinn« (2006), unter einem Lampenschirm ein japanisches Gedicht murmelt. Die Frau wird in diesem hohen Raum tanzend zum einsamen Vogel, der bäuchlings zu Fall kommt. Enge. Begrenztheit. Einsamkeit.

Doch der Raum ist an vier Stellen durchlässig. Als sie herauskriecht, erblickt sie einen Goldsalamander auf ihrem Handschuh, der rebellisch über ihren Körper zu gleiten scheint. Ein poetisches Spiel beginnt, bis sie ihn gierig verschlingt, um Energie zu schöpfen. Im Gaze-Raum beginnt Hironori Sugata hingebungsvoll den Fußboden zu wis...


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