Zeitung hat keine Zukunft

MEINE SICHT über den Beruf des Journalisten

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 1 Min.

Der Beruf des Journalisten ist abwechslungsreich, besonders im Lokalressort. Engagierte Menschen treffen, interessante Dinge erfahren, darüber in der Zeitung schreiben. Leider hat das keine Zukunft, weil die Zahl der Zeitungsleser schrumpft. Den Leuten fehlt das Geld oder sie glauben irrtümlich, im Internet gebe es umsonst alle Informationen, um sich seriös politisch auf dem Laufenden zu halten. Deswegen schrumpfen auch die Zeitungsredaktionen und damit die Möglichkeiten zur direkten Begegnung mit der Wirklichkeit - wie dieser Teil des journalistischen Schaffens in der DDR-Journalistenausbildung genannt wurde.

Vom Berufswunsch Journalist ist jungen Menschen mangels Perspektive abzuraten. Oder etwa nicht? Der Deutsche Journalistenverbandes (DJV) sprach jetzt in einer Pressemitteilung von einem »Hauptstadtboom für Journalisten«. Demnach stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Journalisten in Berlin in fünf Jahren von 6998 auf 9974 und die Zahl der arbeitslos gemeldeten Kollegen sank von 1096 auf 904.

Allerdings reagierte der DJV zeitgleich in einer anderen Pressemitteilung auf Überlegungen der DuMont-Mediengruppe, womöglich alle ihre Zeitungstitel abzustoßen, darunter »Berliner Zeitung« und »Berliner Kurier«. Dabei lasse sich mit gutem Journalismus gutes Geld verdienen, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. Damit meinte er aber die Verlage und keineswegs die freien Journalisten, die sich mit jämmerlichen Zeilenhonoraren durchschlagen müssen. Wegen des wirtschaftlichen Drucks geht der Trend schon lange weg vom Qualitätsjournalismus.

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