Ein Rückzug wider Willen

Die polnische Regierung sieht die wachsende ökonomische Bedeutung Chinas zunehmend kritisch und setzt lieber auf die USA

  • Von Wojciech Osinski, Warschau
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

In den letzten Jahren versuchte Warschau durch wiederholte diplomatische Muskelspiele, die Beziehungen mit Peking auf eine andere Stufe zu heben. Bereits seit 2012 treffen sich die Regierungsvertreter Chinas und einiger ostmitteleuropäischer Staaten alljährlich zum 16+1-Gipfel, um - unter Einbezug wichtiger handelspolitischer Organisationen - vor allem die wirtschaftliche Kooperation weiter auszubauen.

Polen beanspruchte in Europa diesbezüglich eine Führungsrolle und hat diese seit dem Regierungsantritt der PiS im Jahr 2015 mehrmals nachdrücklich untermauert. Die von den USA mitgetragene Entspannung auf der koreanischen Halbinsel ließ an der Weichsel zunächst die Vermutung zu, dass Donald Trump auch in Sachen China diplomatische Zöpfe abschneiden wird. Doch der von dem neuen US-Präsidenten entfesselte Handelskrieg mit dem asiatischen Land und seine Selbstinszenierung als »Mad Man« der internationalen Politik haben die Kalkulationen der...

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