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Unheilbar menschenfeindlich

Die Erklärungen von Ex-Papst Benedikt XVI. zum Missbrauchsskandal sagen viel über den Zustand des katholischen Klerus, findet Jana Frielinghaus

  • Von Jana Frielinghaus
  • Lesedauer: 1 Min.

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Millionen Christen in aller Welt und Opfer von sexueller Gewalt durch kirchliches Personal haben geglaubt, Papst Franziskus würde aufräumen mit den rechten Strippenziehern in der katholischen Kirche. Doch spätestens seit dem »Anti-Missbrauch-Gipfel« des Vatikans Ende Februar sieht es so aus, als habe sich der Argentinier den grauen Eminenzen unterworfen. Auf dem Gipfel blieb er vage im Hinblick auf die Konsequenzen für Täter und Vertuscher. Vor allem aber zeigte er mit dem Finger auf die böse Außenwelt und meinte gar, die Kinderquäler seien »Werkzeuge des Satans«, also letztlich nicht für ihr Tun verantwortlich.

Jetzt setzt Franziskus’ Vorgänger Joseph Ratzinger noch eins drauf. In einem am Donnerstag nach »Rücksprache« mit dem amtierenden Papst veröffentlichten Aufsatz macht er vor allem die 68er-Bewegung und Sexualaufklärung an Schulen als Ursachen für den Missbrauch aus. Das ist an Bigotterie kaum zu übertreffen, bei einem wie Ratzinger aber nicht überraschend. Wenn jedoch ein einstiger Hoffnungsträger wie Franziskus taub bleibt für die Kritik von Basisinitiativen an kirchlichen Machtstrukturen, an verlogener und frauenfeindlicher Sexualmoral, dann bleibt denkenden Mitgliedern nur noch die Abstimmung mit den Füßen.

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