Das weiße Pulver

In der Atacama-Wüste in Chile wird Lithium mit großer Belastung für die Umwelt abgebaut. Die Künstlerin Alejandra Prieto arbeitet mit diesem Alkalimetall

  • Von Tom Mustroph
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.
Die Bildhauerin Alejandra Prieto in ihrem Atelier außerhalb der chilenischen Hauptstadt

Alejandra Prietos Atelier ist ein ganz besonderer Arbeitsraum. Die Werkstatt auf dem Land, etwa anderthalb Autostunden von der Hauptstadt Santiago de Chile gelegen, ist eine Mischung aus naturwissenschaftlichem Labor, Heimwerkerbude und Bildhaueratelier. An der Wand befindet sich eine Tafel, auf der chemische Formeln verzeichnet sind. »Es sind Formeln, die ein Chemiker, mit dem ich zusammenarbeite, entwickelt hat und die den Prozess der Kristallisation von Lithium beschreiben«, erklärt Prieto. Die Lithiumkristalle lässt sie wachsen, um sie später mit Skulpturen zu verbinden, mit menschlichen Körpern oder Körperteilen. Was genau entstehen wird, ist noch unklar, denn Prieto befindet sich noch in einem Arbeits- und Erprobungsprozess.

Die Lithiumkristalle, die einen Kopf umkränzen können, sind aber bereits Ausdruck einer ganz spezifischen Wirkung des Leichtmetalls. Lithium wird bei psychischen Störungen - etwa Depressionen und Bipolar...


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