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Flughafenbau nähert sich dem Ende der Geduld

BER-Chef Lütke Daldrup hält ungeachtet aller Katastrophenmeldungen am Eröffnungstermin Oktober 2020 fest

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 3 Min.

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Die Berliner Politik ist in Aufruhr, denn angesichts neuerlicher Katastrophenberichte von der Baustelle des Hauptstadtflughafens BER werden die Stimmen laut, die nicht nur ein Platzen des Eröffnungstermins, sondern ein Scheitern des Gesamtprojektes vorausahnen. Engelbert Lütke Daldrup, Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg, hält unbeirrt dagegen.

»Wir werden den Flughafen im Oktober 2020 eröffnen«, stellte er am Freitagnachmittag in einem Interview mit dem »Deutschlandfunk Kultur« klar. »Wir haben einen klaren Plan dafür. Und die Ergebnisse auf der Baustelle auch in den letzten vier Wochen sind auch so, dass wir keinen Anlass haben, daran zu zweifeln«, sagte er unbeirrt. Doch es fällt Lütke Daldrup zunehmend schwer, sich damit Gehör zu verschafften.

Am selben Tag hatte ein »Tagesspiegel«-Bericht neue Zweifel am von der Flughafengesellschaft (FBB) seit Monaten kommunizierten Eröffnungstermin geschürt. Die Zeitung hatte sich in ihrer Berichterstattung auf einen Prüfbericht des von der Flughafengesellschaft beauftragten TÜV Rheinland vom 8. März 2019 bezogen. Darin sei davon die Rede, dass die geplante Inbetriebnahme des BER »aufgrund des unfertigen Anlagenzustands stark gefährdet« sei, berichtete das Blatt.

Der Flughafenchef widersprach dieser Darstellung. »Der TÜV weist darauf hin, dass Prüfdauern länger sind, als man vor einigen Monaten angenommen hat. Das ist richtig«, sagte Lütke Daldrup dem »Deutschlandfunk Kultur«. »Das haben wir eingeplant. Und wir haben im Dezember 2017 einen Plan aufgestellt, wie wir diesen Flughafen binnen drei Jahren fertig machen.« In diesem Plan sei man bisher geblieben. Und er sei überhaupt nicht verunsichert: »Wir werden diesen Flughafen planmäßig, systematisch, mit einem klaren Konzept auch fertig machen.«

Auf Anfrage des »neuen deutschland« erinnerte FBB-Sprecher Stefan Hönemann in diesem Zusammenhang daran, dass der TÜV in dem jetzt vom »Tagesspiegel« bemühten Dokument dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Anfang März »mit Blick auf die Daten von Februar« berichtet habe.

Der TÜV Rheinland selbst wies am Sonntag auf nd-Nachfrage darauf hin, dass man die Stellungnahme des BER-Chefs nicht kommentieren könne. Zugleich verwies Sprecher Wolfram Stahl aber darauf, dass die Prüforganisation im Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses erklärt habe, dass die von ihr auf der BER-Baustelle festgestellten Mängel abstellbar seien.

Die Zweifel am Zeitplan machen sich immer wieder an der schleppenden Beseitigung von Mängeln im Hauptterminal bei der Brandschutzanlage und in der Verkabelung fest. Bei der Abarbeitung hatten Firmen wie Bosch und ROM wiederholt ihre Termine gerissen. Als es nun gar um Zehntausende haushaltüblicher Dübel ging, deren Verwendung beim Flughafenbau gegen die Brandschutzvorschrift verstoße, platzte vielen Beobachtern der Kragen. Im Abgeordnetenhaus forderten CDU und FDP eine umfassende Durchleuchtung der Probleme am BER und die Ausweitung des Auftrags des Untersuchungsausschusses bis in die Gegenwart. CDU-Obmann Christian Gräff stellte die Frage in den Raum, ob der BER zur milliardenschweren Investitionsruine werden könnte.

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