Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Von Gilbert getrieben

Radprofi Nils Politt über seinen starken Auftritt bei Paris-Roubaix und einen goldenen Jahrgang

  • Von Tom Mustroph
  • Lesedauer: 3 Min.

Sind Sie jetzt eher enttäuscht, weil Sie so nah am ganz großen Erfolg waren, oder überwiegen Freude und Stolz über das Geleistete?

Also wenn mir vor dem Start jemand gesagt hätte: »Hey Nils, du wirst Zweiter bei Paris - Roubaix«, dann hätte ich gesagt: »Ja, wer es glaubt, wird selig.« Es ist unglaublich, was ich da vorn für ein Rennen gefahren bin. Im Sprint gegen Philippe Gilbert zu verlieren, ist keine Schande. Er konnte zum Schluss noch eine kleine Karte spielen, dass Yves Lampaert näher kam. Ich wollte mir in dieser Situation lieber den zweiten Platz sichern, anstatt zu pokern und dann am Ende Dritter zu werden. Eigentlich wollte ich den Sprint nicht von vorne fahren, aber er war schlau genug und hat mich die ganze Zeit getrieben. Und so musste ich von vorne fahren. Ich bin aber trotzdem superhappy.

Im Winter waren Sie ja auch auf der Bahn, haben spezielles Bahntraining gemacht. Was rechnet man sich dann aus, wenn man hier aufs Velodrom fährt und die Chance hat, um den Sieg zu sprinten?

Das ist natürlich etwas Spezielles, nach 280 Kilometern noch einen Sprint zu fahren. Und Gilbert ist auch schnell. Von daher konnte ich nichts machen.

Sie haben von Beginn an dem Rennen Ihren Stempel aufgedrückt, waren schon in der ersten Fluchtgruppe. Ein paar Schlauberger werden nun sagen: Da hat er womöglich die Körner gelassen, die ihm am Ende im Sprint gefehlt haben. Was entgegnen Sie darauf?

Nein, das war gar nicht so. Auf diese Art und Weise musste ich nicht um meine Position kämpfen. Ich konnte in Ruhe über die Sektoren fahren, ich hatte ja meinen Teamkollegen Marco Haller vorn. Es war ohne Stress. Das war ein Vorteil, den ich auf jeden Fall hatte und genutzt habe.

Welche Rennen werden Sie demnächst bestreiten?

Erst einmal werde ich eine Woche Urlaub machen mit meiner Frau. Dann werde ich Lüttich-Bastogne-Lüttich fahren und dabei dem Team helfen, mich etwas aufopfern, auch etwas zurückgeben für heute. Und dann werde ich in Frankfurt wieder motiviert am Start stehen.

Sie kommen aus dem 1994er Jahrgang. Der gleiche wie Maximilian Schachmann, der erst kürzlich bei der Baskenlandrundfahrt so stark aufgetrumpft hat. Oder wie Pascal Ackermann und noch ein paar andere. Was kann der deutsche Radsport von diesem »Goldenen Jahrgang« erwarten?

Ich denke, man kann viel erwarten. Wir haben alle Potenzial, und wir zeigen es. Pascal Ackermann ist superschnell im Sprint, hat auch schon ein paar Erfolge geholt. Zu Max Schachmann muss man gar nichts mehr sagen, es war superstark, was er im Baskenland gezeigt hat. Dann haben wir noch Phil Bauhaus und Nico Denz. Ja, das ist ein richtig starker Jahrgang, da kann man stolz darauf sein.

Teilen Sie sich jetzt untereinander die Siege auf?

Das müssen wir untereinander noch einmal abklären.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln