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Frieden und vieles mehr

Die Ostermärsche thematisieren in diesem Jahr nicht nur »klassische« Themen der Bewegung

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: 3 Min.

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Anlass gibt es reichlich, um für Frieden zu streiten - und ebenso Gelegenheiten dafür am Osterwochenende: An mehr als 100 Orten in der Bundesrepublik werden österliche Friedensdemonstrationen stattfinden.

Bereits am Gründonnerstag etwa in Ulm, wo neben Rüstung und atomarer Kriegsgefahr ein drittes großes Thema der Ostermarschierer, friedliche Konfliktlösung, mit dem dort derzeit entstehenden neuen NATO-Standort eines Unterstützungs- und Nachschubkommandos einen konkreten und regionalen Schwerpunkt bildet. Das Kommando wurde von dem Militärbündnis im Zuge der zunehmenden Konfrontation mit Russland beschlossen und soll 2021 einsatzbereit sein.

Auch im gemeinsamen Aufruf der Kooperation für den Frieden und des Bundesausschusses Friedensratschlag zu den Aktionen am Osterwochenende wird »eine Entspannungspolitik gegenüber Russland anstatt militärischer Drohkulissen« gefordert. Weitere Punkte sind etwa der Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel und die Forderung, in Europa nach der Kündigung des INF-Vertrages durch die USA keine neuen Atomwaffen zu stationieren. Auch die EU solle nicht weiter militarisiert, Waffenexporte gestoppt, die Einsätze der Bundeswehr zugunsten ziviler Konfliktbearbeitung beendet und Rüstungsgelder besser »in Bildung, Gesundheit, Umwelt und Wohnen investiert« werden.

Mit der Urananreicherungsanlage in Gronau stehen am Karfreitag zum Auftakt der Ostermärsche in Nordrhein-Westfalen »die zivilen und militärischen Gefahren der Urananreicherung« im Fokus. Der Erhalt und Ausbau der Urananreicherung trage »in Deutschland und weltweit zur unverantwortlichen Fortsetzung der Atomenergienutzung sowie zum neuerlich angeheizten nuklearen Wettrüsten bei«, so die Veranstalter. »Wir fordern deshalb die sofortige Beendigung der Urananreicherung in Gronau und weltweit - sowie die Umsetzung des von ICAN initiierten Atomwaffenverbotsvertrags.« Ebenfalls in Nordrhein-Westfalen führt der Ruhr-Ostermarsch ab Samstag an gleich drei Tagen von Duisburg über Düsseldorf und Essen bis nach Dortmund durch das Ruhrgebiet.

Truppenübungsplätze der Bundeswehr sind am Samstag im thüringischen Ohrdruf und am Ostermontag im sachsen-anhaltischen Colbitz - gleichzeitige der 310. Friedensweg der Bürgerinitiative OFFENe HEIDe - Ziel der Demonstrationen.

Neben den »klassischen« Themen der Friedensbewegung thematisieren viele Aufrufe der lokalen und regionalen Veranstalter etwa auch Flucht, Klimawandel, Antifaschismus oder die soziale Lage. So heißt es etwa am Samstag in Stuttgart beim zentralen Ostermarsch für Baden-Württemberg »Abrüsten statt aufrüsten! Für eine friedliche und solidarische Welt - ohne Militär, Rüstungsindustrie und Abschiebungen!«. »Für Frieden und Soziale Gerechtigkeit!« ist am gleichen Tag das Motto im bayerischen Traunstein, »Abrüstung statt Aufrüstung - atomares Wettrüsten beenden - Menschenrettung statt Abschottung - Klimaschutz«, heißt es im schleswig-holsteinischen Wedel und bereits einen Tag vorher im hessischen Bruchköbel »Für Frieden und Abrüstung! Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!«.

Orte und Termine für die diesjährigen Ostermärsche finden sie unter: www.friedenskooperative.de

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