Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Journalisten arbeiten immer öfter in Angst

Rangliste der Pressefreiheit von »Reporter ohne Grenzen« zeigt deutliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für Medienmacher in Europa

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Medienschaffende arbeiten nach Angaben von »Reporter ohne Grenzen« (ROG) zunehmend in einem Klima der Angst, auch in ehemals sicheren Ländern. Ursache dafür sei systematische Hetze gegen Journalistinnen und Journalisten, erklärte die Organisation bei der Vorlage der »Rangliste der Pressefreiheit 2019«. Zu den Regionen, in denen sich die Lage am stärksten verschlechtert habe, gehöre Europa. Auch die USA seien auf der Rangliste abgerutscht, um drei Plätze auf Rang 48. Dort zeige »die Hetze Wirkung, mit der Präsident Donald Trump kritische Medien seit seinem Amtsantritt überzieht«, so Reporter ohne Grenzen. »Nie zuvor erhielten Journalistinnen und Journalisten - von Trump als «Volksfeinde» diffamiert - so viele Mord- und Bombendrohungen wie 2018.«

ROG-Vorstandssprecherin Katja Gloger sagte, auch in Europa mündeten gezielte Diffamierungen und aggressive, zum Teil hetzerische Kampagnen populistischer Politiker gegen Medien in reale Gewalt. Als Beispiele führte sie das EU-Mitgliedsland Tschechien (Rang 40) und den EU-Beitrittskandidaten Serbien (Rang 90) an.

An der Spitze der Rangliste steht zum dritten Mal in Folge Norwegen, vor Finnland und Schweden. Deutschland sei zwar um zwei Plätze nach oben auf Rang 13 gerückt. Dies liege aber vor allem daran, dass die Pressefreiheit in anderen Ländern stärker abgenommen habe. »Die Zahl der tätlichen Angriffe gegen Journalistinnen und Journalisten ist in Deutschland 2018 gestiegen.« Reporter ohne Grenzen zählte mindestens 22 Fälle im vergangenen Jahr, davor waren es 16 Angriffe. Zu Gewalt sei es insbesondere am Rande rechter Veranstaltungen und Kundgebungen gekommen.

Am unteren Ende der Rangliste stehen von 180 untersuchten Staaten und Territorien Turkmenistan (180), Nordkorea (179) und Eritrea (178).

Den größten Sprung nach vorn machten diesmal in der Rangliste afrikanische Staaten. So verbesserte sich Äthiopien um 40 Plätze auf Rang 110, Gambia um 30 Plätze auf Rang 92. Auch Tunesien (72, +25) machte deutlich an Boden gut. Auch ein Teil der stärksten Absteiger liegt in Afrika, nämlich die Zentralafrikanische Republik (145, -33) und Tansania (118, -25). Zu den stärksten Absteigern zählt auch Nicaragua (114, -24).

Das weltweit gefährlichste Land für Journalistinnen und Journalisten war 2018 laut ROG Afghanistan. Dort kamen mindestens 16 Medienschaffende ums Leben, allein neun bei einem Doppelanschlag in Kabul vor knapp einem Jahr. Agenturen/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln