Werbung

Klimaproteste in London: schon 700 Menschen festgenommen

Hunderte Klima-Aktivisten demonstrieren auch in Frankreich / Europaweit sind weitere Aktionen geplant

  • Lesedauer: 3 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Eine Klimaaktivistin wird von Polizisten auf der Waterloo Bridge fortgetragen.
Eine Klimaaktivistin wird von Polizisten auf der Waterloo Bridge fortgetragen.

London. Die britische Polizei hat in fünf Tagen fast 700 Klimaschützer in London festgenommen. Bis zum Freitagabend waren mehr als 680 Personen festgesetzt worden, sagte ein Sprecher von Scotland Yard der Deutschen Presse-Agentur in London.

Die Umweltaktivisten waren einem Aufruf der Bewegung Extinction Rebellion (Rebellion gegen die Auslöschung) gefolgt, friedlich gegen die globale Erwärmung zu demonstrieren. Sie blockierten Straßen und Brücken zum Beispiel in Parlamentsnähe.

An der Aktion beteiligte sich auch die britische Schauspielerin Emma Thompson. Sie hielt am Freitag auf einem rosafarbenen Boot an der beliebten Einkaufsmeile Oxford Circus eine Rede für den Umweltschutz. Der Klimawandel sei das »größte Problem in der Geschichte der Menschheit«, sagte die Schauspielerin. »Unser Planet ist in ernsthaften Schwierigkeiten«, rief Thompson der Menge zu.

Lesen Sie auch: Rebellion mit Seifenblasen. Die britische Klimabewegung »Extinction Rebellion« setzt erstmals Akzente in Deutschland. Wie geht es nun weiter?

Eine Drohung der Umweltaktivisten, am Freitag den Betrieb des Londoner Großflughafens Heathrow mitten in den Osterferien zu stören, blieb folgenlos. Nur eine kleine Gruppe von Demonstranten fand sich am Airport ein; der Flugverkehr wurde dadurch nicht beeinträchtigt. Für Samstag kündigten die Aktivisten dort eine weitere Aktion an.

Drei Personen hatten bereits am Mittwoch den öffentlichen Nahverkehr gestört, indem sie sich mit einer speziellen Substanz von außen an einen Zug klebten. Es kam nur zu geringfügigen Verspätungen. Weitere Demonstranten hatten sich an einen Gartenzaun am Grundstück von Oppositionsführer Jeremy Corbyn in der Hauptstadt geklebt.

Nach Angaben des britischen Innenministers Sajid Javid sind mehr als 1000 Polizisten pro Tag mit den Demonstranten in London beschäftigt. Die Umweltaktivisten setzen auf weitgehend friedliche Aktionen, die von der Öffentlichkeit unterstützt werden. Nach einer YouGov-Umfrage ist ihnen das allerdings in der britischen Hauptstadt nicht gelungen: Nur 36 Prozent von 3561 befragten Briten heißen die Proteste gut, 52 Prozent lehnen sie dagegen mehr oder weniger ab.

Hunderte Klima-Aktivisten demonstrierten am Freitag auch im westlich von Paris gelegenen Hochhaus- und Geschäftsviertel La Défense gegen die ihrer Ansicht nach »giftige Allianz« multinationaler Unternehmen und Staaten. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, waren Dutzende Demonstranten vor dem Eingang des Gebäudes des Ölkonzerns Total präsent. Sicherheitskräfte entfernten rund 100 Menschen von dem Gebäude des staatlichen Energiekonzerns EDF. Beim Einsatz in La Défense setzte die Polizei laut AFP auch Tränengas ein.

Die Gruppe Extinction Rebellion wurde im vergangenen Jahr von britischen Wissenschaftlern gegründet. Sie fordert von der Regierung, einen Klima-Notstand auszurufen, die Emissionen von Treibhausgasen bis 2025 auf Null zu senken und Bürgerversammlungen zu Klima- und Umweltthemen einzuberufen.

In Berlin hatte die Gruppe am Montag unter anderem mit einer Sitzblockade die Oberbaumbrücke blockiert.

Am Samstag (14.00 Uhr) soll es am Leipziger Platz in oder an dem großen Einkaufszentrum weitergehen. »Shoppen ist kein Hobby - Aktion gegen Konsumgesellschaft und Fast Fashion«. Die Bewegung hat nach eigenen Angaben in mehr als 30 Staaten zu Protesten gegen den Klimawandel aufgerufen. Agenturen/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!