Im falschen Film

Das schillernde Doha erzeugt trotz allen Überflusses ein schales Gefühl.

  • Von Frank Schirrmeister
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

In der Blütezeit des Römischen Reiches sollen den 20.000 Bürgern Roms annähernd 400.000 Sklaven gegenübergestanden haben, die in allen Lebensbereichen Arbeit ohne Lohn verrichteten. Nicht schön so was, und zum Glück liegen diese Zeiten lange hinter uns. Oder doch nicht? Von 2,7 Millionen Einwohnern Katars sind lediglich 300.000 »echte« Kataris. Die übergroße Mehrheit sind Arbeitsmigranten aus Indien, Pakistan, Nepal, den Philippinen oder afrikanischen Ländern. Sie sind es, die auf den unzähligen Baustellen in mörderischer Hitze schuften oder als Nanny, Dienstmädchen oder sonst wie Dienstleistende den Alltag im Emirat am Laufen halten. Zwar sind sie freiwillig gekommen (naja!) und etwas Lohn erhalten sie auch, trotzdem erinnern die Zustände in den Emiraten an die von Marx so bezeichnete Sklavenhaltergesellschaft der Antike.

Dass die Kataris durch ihr Erdgas reich geworden sind und kaum wissen, wohin mit den Petrodollars, ist Allge...

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